Heute geht es um das Thema SellerCentral und VendorCentral. Fabian, du als Dropshipping Experte, sag uns doch mal bitte: Was ist der Unterschied und darf ich das eigentlich bei einer Sperrung auch parallel benutzen?

Zunächst einmal SellerCentral das ist im Prinzip dieses 40-Euro-Abo-Modell könnte man ganz salopp sagen, sprich ein professioneller Einstieg für sogenannte Dritthändler/ Drittpersonen. Das bedeutet, das sind in aller Regel nicht die Markeninhaber selbst, nicht die Hersteller selbst, die dort verkaufen, sondern eben nur die einfach klassischen Wiederverkäufer. Als Wiederverkäufer kannst Du die Ware im Prinzip von einem Großhändler beziehen oder eben direkt vom besagten Lieferanten. Und Du kannst die Sachen dann dort sogar über das FBA-Programm, über Fulfillment bei Amazon auch einlagern, und damit sogar die komplette Logistik im Prinzip aus der Hand zu geben, und somit Dich wirklich rein auf das Thema Marketing und auf das Thema Vertrieb als solches zu konzentrieren. Im Prinzip ist das einfach so diese ganz klassische professionelle Verkaufslösung. Ich denke, das kennt Ihr alle, auch wenn ihr noch keine Dropshipping Experten seid.

Spannend wird es jetzt an der Frage, was ist eigentlich, wenn ich als Verkäufer, als Dritter-Person-Verkäufer im Prinzip vielleicht sogar Mist gebaut habe. Ich wurde suspendiert, also eigentlich vom Handel ausgeschlossen. Ist es mir dann eigentlich parallel möglich, einfach einen Vendor-Seller-Account quasi zu öffnen? Denn ein neues SellerCentral-Account wird mir in aller Regel verwehrt und wird auch gleich wieder dicht gemacht. Vielleicht ist das vielleicht eine Alternative, die man sich zumindest stellen könnte, wenn man eigene Produkte hat. Stichwort: White Label. Im Prinzip ist keine klassische Plattform für Wiederverkäufer, sondern für den Lieferanten selber, aber man könnte ja sagen, okay, ich wurde gesperrt, also mache ich jetzt ein White-Label-Touch und probiere es über diese Schiene. Da muss man zunächst wissen, Vendor-Thema, man kommt primär nur auf Einladung rein. Auf Einladung seitens Amazon. Es gibt noch einen Vendor-Express-Account. Den schauen wir uns nächste Woche an, wo der Unterschied ist zwischen VendorCentral und einem Express-VendorCentral-Konto, denn da kann ich auch rein, wenn ich keine explizite Einladung habe.

Also könnte es ja rein theoretisch schon eine Option sein, so ein Hintertürchen, um wieder bei Amazon verkaufen zu können. Doch zunächst einmal die Grundfrage auch, Fabian, du als Dropshipping Experte, erklär uns mal, was ist denn ein Vendor-Konto, wo es ja noch eine Express-Version gibt, die wir uns nächste Woche anschauen.

Grundsätzlich ist es so, dass die Ware direkt an Amazon verkauft wird, demzufolge auch in größeren Stückzahlen. Amazon hat dann die Ware, also die Hoheit sozusagen, und wird dann die Ware in eigenem Namen verkaufen. Ansonsten, Du kannst es, wie wir ja sagten, auch das Thema FBA an Amazon hinsenden, aber das Eigentum ist immer noch dessen von dem Händler, also von Dir. Und das ist eben genau der große Unterschied. Ansonsten hast Du das Ding verkauft. Klingt erstmal ganz spannend, hat natürlich aber auch ein paar triggy Points und da gehen wir jetzt mal drauf ein. Thema Marketing-möglichkeiten.

Ich sagte ja, vom Thema SellerCentral, Du kannst da einfach ganz schöne Marketingmaßnahmen im Prinzip machen. Das kannst Du tun zum Beispiel, indem Du Blitzangebote schaltest auf der Startseite, wenn Du dafür qualifizierst wurdest, Du kannst Rabattaktionen fahren, Kaufe 2 zum Preis von 3, oder irgendwelche generellen Rabatte fahren, 10 % auf alles oder nur auf gewisse Sortimente. Das heißt, man ist da schon relativ agil, was diese Möglichkeiten betrifft. Man kann natürlich auch klassische, ich sage mal, mit AdWords vergleichbare Produktanzeigen gestalten, die man automatisch austarieren lässt über den Algorithmus von Amazon, das basiert auf dem Suchverhalten, auf dem Kaufverhalten und natürlich auf den sonstigen historischen Daten der Kunden. Oder man kann das so, wie man das bei AdWords kennt, auf Keyword-Ebene machen, dass man sagt, für die und die Begriffe möchte ich dann, dass meine Produkte ausgespielt werden. Ich bezahle X Cent, X Euro pro potenziellen Klick und Verkauf. Also da könnt Ihr alles konfigurieren. Soweit das. Bei dem VendorCeller ist es ein bisschen schwieriger. Da hat man zwar auch Vorzüge. Es gab früher zum Beispiel dieses Produkttester-Programm Vine. Das gibt es in Amazon nicht mehr, soll aber stellvertretend einfach mal dafür herhalten, dass man sieht, man hat da im Prinzip immer noch Vorzüge.

Und die gibt es auch heute noch, diese Vorzüge im Bereich des Marketings. Man ist aber auf das, was ich gerade eben sagte, nicht wirklich in der Lage zu machen. Dafür kann man aber großflächige Brandwerbung schalten, das heißt, sehr großflächige Bannerwerbung vielleicht bei Amazon. Das ist aber unter Umständen auch wieder ein größeres Werbebudget. Das heißt, mit hundert Euro kommen wir da nicht wirklich weit. Das sind wirklich mehrere Tausende, mehrere Zehntausende Euro auch durchaus. Das heißt, ist zwar eine Möglichkeit, aber vielleicht jetzt für ein reines White-Label-Produkt, für eine Plan-B-Lösung vielleicht sicherlich unerheblich. Spannend ist, und da gehen wir heute in 14 Tagen drauf ein, nachdem wir den Unterschied zwischen VendorCeller und dem Express Pedant dazu geklärt haben. Es gibt einen sozusagen A-Plus-Content und einen Branded Content. Und den darf ich erstellen, wenn ich eben im Vendor-Programm bin. Da habe ich zum Beispiel Möglichkeiten, das habt Ihr vielleicht auch schon gesehen, diesen offiziellen Brand-Sites, die Amazon so hat, da kann ich zum Beispiel sagen, hey, ich mache ein Foto, ein Video innerhalb dieser klassischen Fließtexte, wo ich ja offiziell nicht einmal formatieren darf, auch wenn man da mit HTML immer so ein bisschen trickst, was aber eigentlich verboten ist und auch wieder rausgefiltert wird. Aber zu dem ganzen Thema Content-Erstellung, was man da für Möglichkeiten hat, dazu, wie gesagt, gehen wir in 14 Tagen mal im Detail drauf ein.

Aber grundsätzlich ist da auf jeden Fall mehr Musik und mehr Möglichkeiten, wenn man eben im Vendor-Bereich tätig ist. Das ist eine schöne Sache. In dem Zuge bietet sich jetzt auch an, wir haben ja darüber schon ein Video gemacht, zu dem Thema Markenshops. Da kann ich natürlich noch mal meine Marke noch mal etwas anders visuell aufbereiten und darstellen. Das sind schon mal Möglichkeiten, die ich als Vendor habe. Wie gesagt, ist vielleicht für den reinen Plan B nicht ganz so relevant, aber ist eine Möglichkeit. So, wie Ihr das Ganze kennt aus dem SellerCentral, dass ich dann meine ganzen Bestelldaten bekomme, nicht zuletzt deswegen, weil ich es ja zum Kunden natürlich auch hinsenden muss im Normalfall, das Thema haben wir natürlich nicht ganz so beim Vendor-Programm. Da kriege ich die Kundendaten nicht, weil es ja Amazon im Prinzip verkauft. Und das bedeutet, ich habe keinerlei Daten, das heißt, ich kann nicht auswerten, wo sitzen denn meine Kunden, in welcher Stadt, in welchen Hotspots. Ich habe generell überhaupt keinen Einblick auf den ganzen Support. Ich weiß auch nicht, warum schicken Kunden Waren zurück. Sind die unzufrieden? Kann ich, wenn überhaupt, nur über die offizielle Amazon-Seite an sich einsehen, also Thema Produktbewertungen auf der Amazon-Seite selbst. Ich kriege es aber ansonsten nicht wirklich mitgeteilt.

Das bedeutet, wenn da Produkte einen schlechten Anklang finden, nicht zuletzt vielleicht, weil der Service bescheiden wäre, der geleistet wird, hast Du darauf keinerlei Einfluss. Bedeutet im beschissesten Falle, tut Deine Marke, Dein Produkt darunter leiden. Du kannst es nicht wirklich in die Hand nehmen, was Du natürlich als aktiver SellerCentral-Betreiber im Prinzip tun kannst und auch tun musst. Ansonsten hört man immer, okay, Thema Preisgestaltung. Im SellerCentral-Bereich bist Du im Prinzip, solange Deine Kostennutzenrechnung stimmt, relativ frei. Niemand schreibt Dir eigentlich vor, was Du verkaufen darfst. Eigentlich deswegen, es gibt immer wieder Hersteller, die Dir indirekte Preisdiktate machen, auch aus wettbewerbsrechtlicher Sicht ist das vielleicht manchmal nicht ganz so koscher, aber es wird in der Praxis gehandhabt. Grundsätzlich ist es aber so jetzt, wenn ich als Vendor Ware an Amazon verkaufe, eben im großen Stil, ist Amazon natürlich so, sagt, Mensch, ich will da aber auch einen sehr, sehr guten Preis haben. Das weiß man ja. Amazon ist sehr preisaggressiv in den Verhandlungen. Nicht zuletzt deswegen, dass sie Dir auch standardmäßig mehr oder weniger 90 Tage Zahlungsziel rausleiern. Das ist natürlich schon brutal, dass Ihr 90 Tage, das sind knappe drei Monate, auf die Du aber mindestens wartest. Und in aller Praxis, weiß ich, ich habe früher auch mal als Vendor meine eigenen CDs damals dorthin geschickt über das Musiclabel, was wir mal gemacht hatten, und da war das auch so. Du schickst die Rechnungen an sehr „kryptische Buchhaltung“, kryptisch im Sinne von, es ist alles sehr abstrakt mit den ganzen Sachbearbeitern und Abteilungen.

Also das ist schon lustig, wenn man es noch nie gemacht hat. Und vor allen Dingen, man schreibt da sehr, sehr oft hin, bis dann mal auch wirklich erstes Geld fließt. Und in aller Regel drei bis vier Monate hat man da schon durchaus, wo man warten muss. Und das heißt, Amazon hat Dich da auch ein bisschen in der Hand, denn nicht nur, dass die Dir auch sagen, sie möchten maximal die Summe X für Dein Produkt bezahlen, wenn mehr Menge abgenommen wird, wird der Preis natürlich auch immer geringer. Das heißt, dort ist auch eine Preisabwärtsspirale. Das heißt, die Rendite für den Hersteller wird immer bescheidener. Und dazu kommt natürlich, dass Amazon sagt, Mensch, ich will aber noch einen Bonus, wenn ich eben mehr nehme, ich mache auch ein bisschen Werbung, Thema Werbekostenzuschuss. Na ja, wenn es Retouren gibt, will ich dafür auch einen Rabatt. Oder wenn es ganz beschissen läuft, hast Du vielleicht eine halbe Kommissions-vereinbarung getroffen, nämlich, dass alles, was nicht verkauft wird, einfach auf Deine Kosten wieder zurückgeschickt wird.

Also bedeutet, man sollte aufpassen, wie man die Verträge gestaltet. Es ist auf jeden Fall erstmal so, dass man grundsätzlich ganz pauschal sagen könnte, auch vielleicht ein bisschen salopp gesagt, aber man tut erstmal sehr viel vorfinanzieren, in der Hoffnung, dass Amazon das Ganze dann auch gut verkauft und behält. Und, wie gesagt, wenn die es zu gut verkauft, kann es sein, dass man sich ins eigene Fleisch und Blut schneidet, da man dann im Prinzip immer weiter gegängelt wird, immer mehr Mengenrabatte. Und spielt man da nicht mit, passiert es früher oder später sowieso so, dass Amazon eine eigene Marke zu Deinem Produkt als Pedant im Prinzip rausbringt, dieses Amazon-Basic ist zum Beispiel so eine Serie, die Amazon rausbringt. Und dann bist Du früher oder später vielleicht auch wieder uninteressant. Das heißt, das Thema Abhängigkeit ist damit nicht gelöst, aber vielleicht das Thema Absatz. Insbesondere, wenn man eben schon eigene Produkte hat, die Amazon spannend fände. Ja, das ist einfach mal so das grundsätzliche Thema.

Aber was ist denn jetzt eigentlich, wenn man sagt, Mensch, gibt es einen sogenannten Lock-up? Das heißt, was ist denn, wenn ich zum Beispiel jetzt einen SellerCentral-Account habe, in einen Vendor-Account umtransformiere, kann ich dann, wenn ich merke, was Du gerade sagtest, Fabian, hier wird mir alles ein bisschen zu schwierig, zu komplex die Anforderungen, kann ich dann wieder zurückgehen, so einen Downgrade machen, einen Lock-up? Da muss man sagen, offiziell nein. Dafür wäre es aber vielleicht spannend, dass man nicht ein Upgrade, Downgrade in Erwägung zieht, sondern vielleicht generell einen Parallelbetrieb. Insbesondere, wenn man vielleicht durch eine Suspendierung sowieso gehandicapt ist, dann wäre das Thema Upgrade, respektive Downgrade eh kein Thema, weil ich ja suspendiert bin. Jetzt ist es lustigerweise so, hat mich selber bei der Recherche erstaunt, muss ich zugeben. Und ich habe es Euch auch mal eingeblendet, das heißt, Amazon bestätigt das auch offiziell so, auch auf Nachfrage, Ihr dürft grundsätzlich einen Parallelbetrieb betreiben. Das hat mich echt schockiert im positiven Sinne, denn ich darf ja zum Beispiel keine zwei SellerCentral-Account führen, aber ich könnte rein theoretisch einen an die Wand fahren und einen Parallelbetrieb aufbauen bzw. einen Parallelbetrieb aufbauen, wenn einer an die Wand fährt, habe ich noch ein Backup.

Das scheint zu funktionieren. Das Einzige, was vielleicht taktisch ein bisschen unklug ist, wenn ich jetzt über beide Absatzkanäle nenne ich es mal, das gleiche Produkt anbiete, hat natürlich Amazon, wenn ich bei SellerCentral verkauft habe, schon gewisse Informationen. Das heißt über Preise, Verkaufspreise, daraus rechnet sich Amazon sozusagen seinen Wunscheinkaufspreis aus, und es kann sein, dass das natürlich ein bisschen unter dem Preis ist, den Du eigentlich veranschlagen würdest, weil halt Amazon schon ein Feeling hat, was da so geht und nicht geht. Das kann ein Nachteil werden, zumal es langfristig natürlich auch ein bisschen schwierig ist, mit einem eigenen SellerCentral-Account, wo ich 15 % Gebühren habe oder zumindest mal 7, je nach Kategorie, das gegen Amazon anzustellen, das heißt, Amazon wird sich vielleicht – ich unterstelle es mal – indirekt vielleicht so, wie man das bei Google, Google-Shopping immer wieder mal hört, vielleicht bevorzugen früher oder später, einfach deswegen, weil sie einfach die besseren Preise haben. Und dann ist im Prinzip Dein Parallelbetrieb insofern Bullshit für die gleichen Produkte, weil gegen Amazon zu konkurrieren in dem Sinne macht keinen Sinn. Ja, macht ja auch keinen Sinn, irgendwie möchte ich mehr Menge dort verkaufen, ich konkurriere aber mit Amazon auf der gleichen ASIN-Ebene, das ist irgendwie Blödsinn.

Aber, wie gesagt, dass der Verkäufer einmal Amazon wäre im rechtlichen Sinne und einmal Du, wäre es möglich. Und das ist genau der Unterschied, wenn Du zwei SellerCentral-Accounts betreiben würdest, ist es eben verboten, weil Du bei beiden der gleiche Verkäufer bist und dann würdest Du Dich ja gegenseitig im Prinzip bieten. Und das wäre aus wettbewerbsrechtlicher Sicht natürlich nicht nur umstritten, sondern eben verboten. Wie gesagt, wenn Du jetzt über einen Vendor-Account die Ware an Amazon verkaufst, die das verkaufen, Du das parallel aber als Dritthändler sozusagen noch mal ins Rennen bringst, dann mag das vielleicht strategisch sinnvoll sein, wohlmöglich auch nicht, aber es ist auf jeden Fall erstmal vom Ansatz her nicht sittenwidrig. Okay. Das müsst Ihr auf dem Schirm haben. Das heißt, Parallelbetrieb grundsätzlich geht. Und gerade für all die, die mit eigenen Marken hantieren, ist es vielleicht trotzdem eine Art Backup, wenn man gesperrt wurde oder auch potenziell irgendwann mal gesperrt wird, dass man somit ein paar Schäfchen noch im Rennen hat. Ich denke, das ist schon mal eine sehr gute Erkenntnis, die ein bisschen beruhigt.

Und wie gesagt, nächste Woche schauen uns mal die Unterschiede an zwischen diesem Vendor-Express und dem klassischen Vendor-Account, den wir heute so ein bisschen auf dem Schirm hatten. Und nachdem wir das Ganze verstanden haben,  schauen wir uns an eben noch mal das Thema Produktbeschreibungen, A-Plus-Content, Brand-Content, das ganze Thema an. Wie kann ich denn jetzt auch das Ganze hübsch machen. Und wie kann ich natürlich auch als SellerCentral so die kleinen Schlupflöcher nutzen, um das Ganze hier ein bisschen schöner aufzubereiten, dass es nicht nur einen hässlichen Fließtext gibt. Und wenn wir schon an die Textgestaltungen gehen, dann zeige ich Euch auch ein paar Tricks, Thema Amazon SEO könnte man sagen, was sind die Unterschiede zu Google, und worauf kommt es an. Dazu dann eben heute in 14 Tagen mehr! Teile uns auch gerne deine Erfahrungen mit.

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