Natürlich machen wir als Dropshipping Experten dir Dropshipping und Co. auch gerne schmackhaft. Aber in diesem Video und Blogbeitrag möchten wir auch die Nachteile des Dropshipping aufzeigen. Man sollte auch diese nicht vernachlässigen. Und wir finden: so viel Ehrlichkeit muss sein.

Zunächst sollte Dir klar sein, dass du als Online-Händler einen maßgeblichen Teil deines Geschäfts aus der eigenen Hand gibst, wenn du Only-Dropshipping betreibst. Mich hat das nie gestört, aber man muss sich klar werden, dass man nicht so einfach die Qualität überprüfen kann. Die Qualität der fremdversandten Ware kann aber nicht nur nicht mehr eingesehen werden, sondern auch seine Rügeobliegenheit gemäß Kaufleuten (nach § 377 HGB) ist im Eimer. Doch dazu gleich mehr.

Thema Elite-Dropshipping. Hilfe von euren Dropshipping Experten:

Zudem minimiert das Dropshipping zudem deine Gewinnmargen. Klar ist, wenn du Container-Mengen abnimmst erhält du viel bessere Einkaufspreise. Dafür hat man dann aber auch ein Abverkaufsrisiko samt dem Kapitalrisiko. Deine Sicherheit bezahlst u also mit schlechteren Einkaufspreisen. Als Dropshipper zahlst du als Umlage z.B in Form von Versandkostenpauschalen sämtliche Organisations-, Verpackungs- und Versandleistungen mit. Natürlich spart man sich daher das eigene Lager samt Personal, also eine Rechnung die jeder selbst machen muss.

Etwas unschön sind auch die Retouren. Denn deine Kunden senden die Ware ohne gegenteilige Absprache mit deinem Dropshipping-Anbieter an dich. Und zwar im Grunde immer, egal ob mangelbedingte Reklamationen oder Rücksendungen durch Verbraucherwiderrufen. Unproblematisch ist das nicht, da man quasi gezwungen ist, ein eigenes kleines Lager zu betreiben. Aber es gibt viele Handelspartner welche die Waren dennoch zurücknehmen, geg. dann mit einer kleineren Gebühr für die Bemühungen. Auch gibt es eigene Retourenlösungen die du anbieten kannst, z.B über Hermes alias Hermesprofi-Paketservice. Dann kann man Retouren auf deine Kosten bei der Kundenhaustüre abholen, aber direkt zum Hersteller senden lassen. Der Vorteil ist dann, dass dieser keine Retourenkosten hat. Außerdem minimiert dies, die Wahrscheinlichkeit von unfreien Rücksendungen. Diese schlagen nämlich mit 12 EUR je Paket zu Buche und ich kenne keinen Lieferant welche solche Pakte annimmt. Unschön ist aber, dass du solche Pakete aber von Gesetzwegen nicht verweigern darfst. Auch wenn man auf Artikelbeschreibungen oft das Gegenteil ließt, es ist schlicht unwirksam ebenso wie der Passus, keine Abmahnung vor vorherigem Kontakt. Man kann sich die Gesetzeslage nicht schönreden. Daher bleibt, die Retouren gehen in der Praxis immer zu deinen Lasten. Wenn der Hersteller diese dann aber annimmt hast du einen wirklich guten Lieferant gefunden.

Darum empfehle ich immer, den Kontakt zum Außendienst oder zu Messen zu suchen. In diesem Zudem, kann man dann auch gleich die Qualität der Ware überprüfen – zu mindestens Stichprobenartig.

Dann gibt es noch die lieben Preisabsprachen. In der Praxis kaum umsetzbar, der Gesetzgeber kommt einem nämlich in die Quere. Will sagen: Vertikale Preisbindungen, also solche zwischen Unternehmen unterschiedlicher Handelsstufen, sind nach § 1 GWB verboten, da sie unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen darstellen. Somit sind feste Preisvorgaben seitens deines Lieferanten an dich, den Letztverkäufer, nicht möglich. Ein Schlupfloch gibt es, es können Vorhaben zum Höchstverkaufspreis vereinbart werden. Grundsätzlich gilt, Vertriebsbeschränkungen sind nur in den teils engen Grenzen des Kartellrechts erlaubt. Dein Anwalt wird dich hier sicher besser aufklären können, wichtig ist aber, dass du hier weißt welche Möglichkeiten es gibt bzw. eben nicht.

Die Verpackungsverordnung kostet Geld. Darum ist Sie zunächst als Nachteil zu sehen. Letztere wird kurz: VerpackV genannt und beinhaltet eine Reihe von Pflichten, insbesondere Rücknahmepflichten bezüglich der in Verkehr gebrachten Verpackungen. Jetzt ist es so, dass rechtlich wenig Einigkeit herrscht. Dafür aber Hoffnung. Grundsätzlich gilt, versendest du als Online-Händler Waren aus deinem eigenen Lager an Kunden, so zählst du im rechtlichen Sinne als Vertreiber der entsprechenden Um- und Versandverpackungen. Nun bist du aber Dropshipping-Anbieter und dein Lieferant versendet, korrekt? Genau, so gesehen könnte man davon ausgehen, dass du hier nicht der Betroffene (= Löhnemann) sein wirst. Aber, der Schönheitsfehler ist, dass du etwaige Retouren und B-Waren unter Umständen doch selbst weiterversenden musst. Und dann bist du letztlich doch der In-Verkehrbringer. Klar, es sind wenige Pakete, aber die Mindestgebühr kann daher durchaus zu deinen Lasten gehen. Aus diesem Grund und der rechtlichen Uneinigkeit habe ich es an dieser Stelle als „potenziellen Nachteil“, im Hinblick auf Kosten notiert.

Auch der Datenschutz will geachtet werden.  Ich habe früher mit meinen Dropshipping-Lieferanten eine sogenante Auftragsdatenverarbeitung-Vereinbarung gemäß gesetzlichen Vorgaben, § 11 BDSG, geschlossen. In diesem Falle zählt dein Lieferant rechtlich gesehen (in Bezug auf das Datenschutzrecht) nicht mehr als ein anderes Unternehmen, sondern quasi als ein Teil („Abteilung“) deines Unternehmens. In diesem Falle liegt dann keine Datenübermittlung an Dritte im Rechtssinne vor. Somit können keine datenschutzrechtlichen Probleme diesbezüglich entstehen. Du siehst auch hier, es bedarf etwas Arbeit um auch die Verträge mit deinen Partner sauber umzusetzen. Dies an sich ist kein reines Dropshipping-Problem, aber die Tatsache DAS man handeln muss, ist vielen meiner Meinung gar nicht klar!

Mit anderen Worten kann Dropshipping dazu führen, dass du als Online-Händler auf einem finanziellen Schaden sitzen bleibst. Das passiert auch Dropshipping Experten. Sei es durch mangelhafte Waren, ungeklärte Retouren, Abmahnungen oder Unsicherheit wegen Verpackungsverordnung oder Datenschutz. Hast auch du ein paar pro- und contras auf der Hand, dann teile Sie uns hier und jetzt mit. Es lässt sich also festhalten, dass Dropshipping ideale Wachstumsmöglichkeiten bei geringstem Kapitalaufwand bedarf, aber auch Dropshipping ist Arbeit. Die Frage kann aber sein, von wo möchte ich arbeiten und dank Dropshipping ist man immerhin an keinen festen Ort gebunden… ein Vorteil, der mitunter vieles ausgleichen kann!