Hier ist Fabian, euer Dropshipping Experte und heute geht es um das Thema Lieferantensuche. Wie verhält das sich jetzt eigentlich mit Mindermengen? Wie verhält sich das Ganze mit den Zuschlägen, den Rabatten, die man als Dropshipper nicht bekommt? Ja und was kann man tun, wenn man denn trotzdem wettbewerbsfähig bleiben möchte? Genau auf diese Fragen möchte ich euch heute antworten.

Ihr wisst es, mittwochs geht es immer um das Thema Dropshipping im internationalen Bereich. Das heißt wir überlegen uns, wie können wir denn jetzt unser nationales Business ausbauen. Und dazu hat mich natürlich eine Frage aus der Community erreicht. Streng genommen sind es zwei Fragen, die ich heute so ein bisschen zusammenpacke in eine. Und einmal war das Thema: Wieso ist es so schwierig Lieferanten zu finden? Was halte ich als Dropshipping Experte denn von irgendwelchen Plattformen die es denn da gibt, wo die ganzen Lieferanten gelistet sind. Und naja das Grundproblem ist natürlich, dass diese Eintrittshürden – das heißt das sind meistens geringe Jahresbeiträge oder Einmalzahlungen – dann kommt man an diese Listen. Und das sind dann hunderte von Lieferanten, die man über diese Listen abrufen kann. Und losgelöst, dass wir die Erfahrung gemacht haben, dass sehr viele vermeintliche Dropshipping-Händler – die man auf diesen Plattformen erwartet – letztendlich gar kein Dropshipping machen. Also schonmal das erste Problem. Die machen das gar nicht. Ist das nächste, das eigentlich trotzdem die Margen schlecht sind.

Und da bin ich im Prinzip auch schon bei der zweiten Frage, wo es um Mindermengen-Zuschläge, durchschnittliche Mindestgewinne auch dreht. Aber dazu gleich mehr. Das Grundproblem an der Geschichte war also jetzt an der Stelle, wie könnte man jetzt konkret vorgehen, wie könnte man das Ganze optimieren und was kann man Abhilfe schaffen? Und wir sind natürlich mit diesem Grundproblem auch selber tagtäglich vertraut. Das stimmt, es ist ein Problem Lieferanten zu finden und deswegen im internationalen Bereich suchen wir meistens immer in anderen Ländern. Ich habe ja oft schon das Beispiel gebracht, dass eben Produkte im Inland meisten die Margen schwach sind. Also Inland auch immer aus der jeweiligen Landesperspektive betrachtet. Also wenn ich einen französischen Lieferanten habe, ist das das Inland. Also der Heimatmarkt ist Frankreich. Dann ist das dort meistens margenschwächer, in Deutschland zum Beispiel margenstärker. Und im umgekehrter Fall mit einem deutschen Lieferanten ist es natürlich das Inland Deutschland. Und wenn ich das Ganze in der Schweiz verkaufe – ein Nicht-EU-Land, aber trotzdem ein sehr gewinntechnisch spannendes Land – dann macht das natürlich zum Beispiel mehr Sinn. Und so gibt es eben gewisse Gestaltungsmöglichkeiten. Und nochmal losgelöst von diesem, in andere Länder überprüfen und schauen.

Wir sind momentan im Bereich Elite-Dropshipping auch dabei einen eigenen Lieferantenpool zu erarbeiten, den wir dann eben sichtbar machen. Und da zielen wir wirklich darauf ab, meistens Lieferanten zu wählen, die es jetzt momentan auf den bekannten Plattformen – allen voran Amazon – momentan noch nicht oder nur sehr lückenhaft gibt. Und da wie gesagt liegt das große Potential, aber natürlich auch so ein bisschen die ganz große Bequemlichkeit – das sieht man durch die Bank weg. Man erwartet im Prinzip, dass man mit einem einmaligen Lieferanten den man gefunden hat im Prinzip gefühlt auf Lebzeiten ideale Geschäfte machen kann. Am besten konkurrenzlose Geschäfte machen kann. Und diese Bequemlichkeit, die ist natürlich in der Praxis nicht umsetzbar. Und schon gar nicht nachhaltig und dauerhaft umsetzbar. Und das ist natürlich etwas wo wir wie gesagt probieren Abhilfe zu schaffen durch einen gesamten Lieferantenpool wo man eben permanent Lieferanten zusammenträgt die schon heute ein extrem hohes Potential haben, weil sie in einem Inland nicht verkauft werden, sondern primär eben nur in einem Heimatmarkt. Aber wie gesagt das ist ein Thema was wir auch morgen nochmal ein bisschen vertiefen werden. Heute möchte ich ein bisschen auf die Fragen eingehen.

Zum Beispiel hat jemand geschrieben: Bei Bestellungen unter 150 Euro Warenwert gibt es Minderzuschläge, also Mindermengenzuschläge. Durchschnittlich, wird hier geschrieben, waren das 10 Euro. Und dann kommt natürlich, dass bei gerade attraktiven, kleineren Produkten natürlich größere Bestellmengen abgenommen werden können und müssen. Das bringt mich wieder zu dem eingangs Gesagten, dass eben auf vielen Plattformen, wo Lieferanten angeboten werden als Dropshipping im Prinzip, letztendlich keins machen. Denn das ist ja genau hier das beschriebene Problem – zu mindestens indirekt. Es bedarf einer größeren Mindestabnahmemenge. Und das ist genau das Problem. Bei Dropshipping ist das in der Regel nicht so. Ausnahmen bilden logische Packungseinheiten. Ich denke zum Bespiel an Gläser – die werden aufgrund der Bruchgefahr meistens in einem 6er-Karton gepackt. Das ist aber auch in Ordnung. Oder bei Besteck – es gibt loses, aber oftmals hat man ja auch ein Set, ein 12er Set. Bei Geschirr, bei Haushaltsartikeln – in dieser Form ist es üblich, dass man die Verpackungseinheiten auch wiederverkauft. Auch wiederverkauft an den Endverbraucher, weil man eben letztendlich meistens auch mal 12 Bestecksets insofern gebrauchen kann. Das ist nichts Unnatürliches. Dafür wie gesagt kann ich als Endkunde das genauso kaufen. Das ist kein Problem.

Ansonsten bleibt natürlich keine andere Möglichkeit wie diese Produkte dann nicht in das Sortiment zu nehmen. Weil wenn die eben sagen, ok du musst einen eher unkonventionellen Artikel, also einen den ich jetzt nicht 20 Mal brauche in einer großen Menge abnehmen, dann ist das ein Problem. Man sieht es aber, Dropshipping hin oder her, bei Amazon – gerade im Bereich Lebensmittel, im Bereich Pantry sehe ich das selber sehr oft, da musst du dann eben auch gewisse Stückzahlen abnehmen, zum Beispiel bei der Seife. Natürlich, das ist ein Verbrauchsgegenstand, ok. Aber warum ich dann plötzlich 12 Kilo oder 20 Packungen abnehmen muss – das ist aufgrund dieser Verpackungseinheiten und aufgrund das man eigentlich einen Supermarkt, einen im Prinzip nicht Endkunden in Palettenbasis gefühlt abnimmt. Das ist da einfach deswegen geschuldet, weil das industriell natürlich nicht anders zu verpacken geht und deswegen der Großhändler, wenn er Dropshipping macht – der Großhändler wohlgemerkt nicht der Hersteller – in der Regel wenig Lust hat, jetzt die ganzen Mengen anzupacken. Denn das Problem ist, wenn dann der nächste Großhandelskunde kommt in der Definition, der eben eine Verpackungseinheit – eine VE abnimmt – hat er das Problem, dass er vielleicht zuletzt an einen Dropshipper geliefert hat. Dann sind das eben aus der 12er VE nur noch zwei Artikel dann eben rausgenommen. Der kann das im Prinzip nicht mehr verkaufen oder wäre darauf angewiesen, dass der Dropshipping-Partner vielleicht die anderen 10 Einheiten – bei einer 12er VE jetzt ausgehend – dann verkauft. Und das sind natürlich alles auch Sachen, warum es für den Großhändler meistens die Sache nicht ganz so spannend macht oder das Ganze natürlich ein bisschen komplexer.

Gut, deswegen war dann geschrieben, außerdem berechnen die meisten Großhändler teure Paketpreise bis zu 10 Euro für Pakete unter 3 Kilo. Ja das stimmt. Das ist ein Grundproblem. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Also zum einen ist das so, diese 10 Euro – diese Mindermengenkosten – die rühren einfach daher, dass natürlich Dropshipping mehr Aufwand bedeutet. Jetzt ist es so, man muss sich in der Kalkulation auch nicht selber in die Tasche lügen. Und das glaube ich tut man zu mindestens indirekt ganz gerne mal, indem man sagt, naja jetzt habe ich hier Mindermengenzuschläge. Zugegeben, das kenne ich selten in dem Case. Ich kenne Mindermengenbestellungen, wenn ich wirklich ganz normal bestelle. Dann habe ich einen Mindestbestellwert – das ist üblich. Im Dropshipping-Bereich ist es tatsächlich unüblich. Aber diese Handling-Fees oder eben das das Paket 10 Euro kostet bei 3 Kilo. Und das normalerweise für einen Bruchteil man verschicken könnte. Das ist natürlich deswegen, weil die Arbeitszeit, die Personalkosten damit alles inkludiert ist. Und letztendlich ist es genauso, wenn ich die Ware selber verschicke, sagen wir mal für 3,50 Euro über einen Rahmenvertrag. Paket mit Versicherung 3,50 wirkt das natürlich erstmal viel billiger. Das ist ein bisschen dieses verschleierthafte Denken. Wenn ich eine Ware aus AliExpress nach China quasi hier rüberhole und das wird dann viel billiger. Aber plötzlich kommen die ganzen Zollzuschläge, die ganzen Einführungsgebühren drauf, Zertifizierungsgebühren drauf, Aufbereitungsgebühren für die Bildrechte und so weiter. Wenn ich das alles dazurechne, sind eben aus den 3,50 Euro letztendlich vielleicht auch 10 Euro geworden – nur eben indirekt. Ich habe, wenn ich ein eigenes Warenlager habe, habe ich Versicherungen, ich habe Personal, ich habe Krankenstände, ich habe Druckerkosten oder Tonerkosten. Ich habe Papierkosten, Etikettenkosten. Ich brauche ein Packband für darüber. Ich habe Abnutzung natürlich. Ich habe ganz viele Kosten, die ich natürlich indirekt nicht in diesen 10 Euro vielleicht sehe. Und deswegen muss man das so sagen – das meine ich mit indirekt in die Tasche lügen – man hat das vielleicht gar nicht so auf dem Schirm. Aber wenn man mal ein eigenes Lager betrieben hat oder vielleicht mal eins betreiben will, dann merkt man ganz schnell, dass das eigentlich tatsächlich Alltag ist. Und das deswegen die 3,50, die ich an den Paketdienst zahle, einfach auch nur ein Teil davon ist.

Und ich habe ja letztes Mal auch einen Beitrag gemacht, wo ich euch die Kosten von solchen Fulfillment-Centern aufgezeigt habe. Und da wird ja auch ein bisschen deutlich – da haben wir wirklich Gebühren für das Waren annehmen, für das Entpacken, für das Einlagern. Und dann natürlich später auch wieder für das Rausnehmen aus dem Lager und für das In-den-Karton-hineinlegen. Eine Pauschale für den Karton als solches – die Umkartonage – und so weiter und so weiter. Das heißt, es haben sich einfach Bruchteile zusammengesetzt, die zu einem Gesamtkostenblock wurden. Und dann sind es eben auch keine 3,50 mehr, sondern vielleicht die besagten 10. Das heißt, es ist gar nicht so untypisch, wenn einfach jemand das teurer verkauft.

Die Alternative wäre natürlich, man macht das selber und sagt, ok hör zu, wir bringen dir lieber Großhändler einen Paketschein und deswegen lassen wir die Ware bei dir abholen. Retourenlösung, Paketlabel bestellen, dort abholen lassen – das funktioniert. Das funktioniert sogar dann sehr gut, wenn man jetzt mal an dieses Case von eingangs denkt, dass man eben international verkaufen kann – nicht nur im Heimatmarkt. Und dann kann man eben sagen, Lieferant hör zu, du lieferst normalerweise nur im Inland, nur innerhalb Deutschlands oder im Heimatmarkt eben. Ich habe auch einen Kunden, das ist es gerade in Dänemark ein Problem. Er liefert nur innerhalb von Dänemark. Und dann kann man eben mit seiner eigenen Paketlösung – nicht nur Retourenlösung, sondern auch Paketversandlösung mit den Rabatten auch hingehen und sagen, wir lassen das bei dir an dem Warenausgang abholen und wir tun das dann eben zu unserem Kunden in einem europäischen Land oder wo auch immer hin liefern lassen, auf unsere Kosten. Da mag es sein, dass diese Handling-Fee auch billiger ist, zum Beispiel unter den 10 Euro. Aber trotzdem wäre es nicht untypisch, dass der Lieferant sagt, ich habe trotzdem mehr Arbeit mit deiner Bestellung. Ich muss die da zum Warenausgang hinstellen. Dann habe ich hier 5 Euro nochmal eine Gebühr und ab dann übernimmst du die Transportkosten. Das sind alles Sachen, die sind so unüblich in der Praxis leider gar nicht. Das ist aber auch immer ein Stück weit mit Verhandlung im Prinzip eine individuelle Geschichte.

So, dann haben wir geschrieben bekommen, ja wenn es jetzt natürlich höhere Besucherzahlen gibt und so weiter dann wäre das gar nicht mal so schlimm als Hürde. Gut, kann ich jetzt nicht wirklich insofern beurteilen. Denn wenn ich mehr Besucher habe, das ändert nichts daran das meine Kalkulation deswegen natürlich nicht attraktiver wird. Letztendlich klar mit mehr Besuchern kann ich im Prinzip hintenraus mehr verhandeln. Die Logik ist klar. Ich habe mehr Volumen. Über Volumen kriege ich Rabatte und so weiter. Das kann ich nachvollziehen. Aber letztendlich klar, gerade am Anfang ist es dieses Henne-Ei-Problem. Ich brauche eigentlich gute Preise, habe aber eigentlich gar keine Menge. Und deswegen steht dem nichts gegenüber. Und die Lieferanten sind vielleicht auch nicht so gewillt, deswegen die mega preiswertesten Konditionen ab Tag 1 rauszurücken. Das ist leider so. Ja und dann natürlich klar, wenn ich dann noch die Umsatzsteuer und weitere Kostenbestandteile hinzuaddiere, dann wird das natürlich mit der Rentabilität meistens schwierig. Das stimmt. Und wie gesagt da ging es eben um das Thema Rentabilität.

Dazu bin ich zuletzt auf einen ganz spannenden Bericht gestoßen. Wir haben den auch mal ein bisschen überprüft mit unseren eigenen Zahlen. Und dazu möchte ich morgen mit euch reingehen. Da war so die Kernaussage als Frage formuliert: Werden denn alle Produkte bei Amazon mit 20 Prozent durchschnittlichem Verlust verkauft? Eine sehr spannende Frage, die wir auch mal selber uns hinterfragt haben. Und dazu möchte ich morgen im Bereich des Elite-Dropshipping – wo ich immer so um Margen gefragt werde – auch einfach mal darauf eingehen und würden das ganz gerne insofern ein bisschen zum Thema machen wollen.

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