Darf man den mehrere Accounts bei Amazon haben, insbesondere wenn der Geschäftsführer der gleiche ist? Ein kurzes und knackiges Statement vom Dropshipping Experten Fabian Siegler.

Eigentlich nö, also wenn man in die AGB schaut. Aber in der Praxis sieht man durchaus Shopbetreiber die offensichtlich mehr als ein Verkäuferkonto betreiben. Wenn man Amazon darauf aufmerksam macht, etwa als besorgter Wettbewerber, dann bekommt man keine hilfreiche Antwort. Okay, verstanden. Doch auch ein Blick in Foren zeigt, es gibt offenbar Händler und Dropshipping Experten welche mehrere Accounts betreiben. Jetzt muss man dies zunächst differenzieren. Es gibt Verkäufer auf Amazon die schweben quasi unter dem Radar. Darum betreiben diese auch zwei Accounts, Amazon hat dies offenbar einfach noch nicht mitbekommen. Aber es gibt auch ehrliche Mitmenschen. Diese raten dazu, sich vor einer weiteren Accounteröffnung an die Performance-Abteilung von Amazon zu wenden. Wenn es einen triftigen Grund gibt, so der Tenor, kann mit einer Genehmigung für das zweite Standbein gerechnet werden.

Doch was ist ein solcher Grund? Angeführt wurde ein Beispiel wie folgt. Angenommen du betreibst einen Amazonshop für Baby- und Kinderartikel. Nun möchtest du aber dein Sortiment um Erotikwaren erweitern. Nach Forentenor ist dies ein solcher Grund. Da ich genau in dieser Situation, mit genau dieser Sortiments-Konstellation, vor Jahren selbst konfrontiert war, kann ich keine Zustimmung verkündigen. Will aber nicht ausschließen das es dennoch geht.

Plausibler klingt mir dann, wenn man bislang bei Amazon Privat gehandelt hat. Etwa gebrauchte Bücher verkauft hat. Nun soll es professionell werden, und ein Seller-Central Account eröffnet werden für den gewerblichen Verkauf. Wichtig ist aber in jedem Falle, dass verschiedene E-Mailadressen und Bankdaten bzw. Kreditkartendaten hinterlegt wurden.

Grundsätzlich ist klar, dass Amazon keine Mehrfach-Accounts gut heißen mag. Immerhin könnte man seine eigenen Artikel so gegenseitig „hochbieten“, was den Wettbewerb bzw. die Preisgestaltung verzerren könnte. In der Praxis gibt es aber durchaus Shops welche in einem Account rein via FBA Waren verkaufen und mit einem Zeit-Account dann selbst verschicken.

Es gibt aber in der Praxis in jedem Falle die Möglichkeit einen zweiten Account zu bekommen. Es sind sicherlich Einzelfall-Entscheidungen. Aber eine weiße Weste sollte der Erstaccount in jedem Falle haben, denn sonst ist es eigentlich ein Unding einen weiteren offiziell genehmigt zu bekommen. Aber ob nun ein oder mehrere Accounts und auch egal ob genehmigt oder unter dem Radar, ein Problem bleibt: Abhängigkeit.

Man sollte sich stets im Klaren darüber sein, dass Amazon durch sein Hausrecht/AGB jederzeit die Möglichkeit hat, einen Händler vom Handel auszuschließen. Es bedarf hierzu keinen gesonderten Grund. Selbst mit 100% Bewertungen und keinerlei Auffälligkeiten kann schon in zwei Wochen der Ofen aus sein. Da hilft dann auch eine Genehmigung für einen Zweit-Account nichts. Wer sich dieser Abhängigkeit aber bewusst ist, hat mit Amazon einen starken Vertriebspartner. Dennoch, Amazon ist kein Teamplayer, man ist immer in der Rolle des Untergebenen. In diesem Sinne bleibt das Handeln ein Spiel auf Messerschneide.

Wie sind deine Erfahrungen mit Amazon und der Account-Politik?

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