Ja ich habe es angekündigt, mich haben wieder so viele Fragen erreicht. Heute beantworte ich, euer Dropshipping Experte Fabian, eure Fragen! Und zwar Schwerpunkt: Internationaler Einkauf – worauf muss ich achten, wenn ich entsprechende Lieferanten suche? Darauf soll es heute eine Antwort geben.

 

Die Lieferantensuche – sicherlich eine spannende Geschichte und auch nicht mit ein oder zwei Beiträgen abzuhändeln. Wie gesagt, in unseren Academies gehen wir momentan auch sehr gezielt darauf ein. Jetzt erstmal ganz kurz Quickcheck: Vor- und Nachteile bei so einem internationalen Einkauf. International muss nicht immer mit China gleichbedeutend sein – einfach international ist nun mal ein weiter Begriff.

Vorteil der nationalen Geschichte erstmal: Aus meiner Sicht natürlich erstmal leicht bei Verhandlungen, dass die in der Muttersprache stattfinden. Da fängt es auch schonmal an. Ja, wir verhandeln und wir müssen verhandeln. Also wer Lieferantensuche macht, der muss sich darüber im Klaren sein, er muss verhandeln und auch verhandeln lernen. Denn das ist üblich, in der Geschäftswelt wirst du verhandeln über Konditionen, Angebot- und Nachfrage. Und man darf auch gleichzeitig nicht vergessen, dass wenn man schonmal verhandelt, dass im kaufmännischen Bereich es das klassische Widerrufsrecht – wie ihr das als Endverbraucher ja habt hier im Versandhandel – nicht gibt. Deswegen, also Vorteil natürlich national erstmal – ich verhandle in der Muttersprache. Setzt aber voraus, ihr müsst auch Mut zum Handeln haben. Aber zwischen handeln und unverschämt sein, da ist natürlich auch nochmal ein Unterschied. Das heißt immer so ein bisschen die Form wahren. Auch wissen, was so die marktüblichen Preise sind.  Aber auch so das Thema Skonto – also das ist so ein Rabatt von 2 bis 3 Prozent. Auch das ist relativ üblich in der Geschäftswelt. Also man muss da schon auch ein bisschen aus der Komfortzone raus. Und man muss sich auch da ein Stück weit was trauen.

Dann haben wir natürlich für national erstmal geringere Versandkosten und kurze Lieferzeiten. Ist natürlich nicht nur im Dropshipping-Business von Vorteil, sondern generell, wenn man eben mit europäischen oder nationalen Lieferanten arbeitet. Also deswegen bin ich grundsätzlich auch immer Freund von dieser Materie. In der Regel haben wir deswegen höhere Qualitätsmaßstäbe. Losgelöst davon, dass wir nicht der In-Verkehr-Bringer sind wie jetzt bei einem klassischen Chinaexport beziehungsweise -import in dem Falle. Das bedeutet, wir sind auch aus dieser Quasiherstellerhaftung ein Stück weit draußen. Wir haben natürlich unmittelbaren Zugriff auf das entsprechende Unternehmen. Das heißt, man könnte rein theoretisch auch mal auf einen Kaffee vorbeifahren.

Vertraute rechtliche Bedingungen insofern natürlich alles erstmal leichter wie wenn du irgendwo einen rechtlichen Staat hast irgendwo am anderen Ende von Amerika oder China oder what ever. Also es ist natürlich innerhalb der EU. Innerhalb der EU erstmal relativ einheitlich. Und deswegen verstehe ich auch die Leute, die bei uns manchmal was kaufen, nicht. Ja, der Gerichtsstand muss in Deutschland sein oder hier in Spanien. Ja so arg viel nimmt sich das jetzt auch nicht. Wir sind in der EU. Anders wäre das, wenn wir jetzt hier in Thailand sitzen würden oder in Vietnam oder in Timbuktu oder in den USA. Dann mag das alles spannender sein wo der Gerichtsstand ist. Aber im Prinzip muss man zum Thema Gerichtsstand einmal anmerken, ihr könnt unter Kaufleuten den Gerichtsstand erstmal frei verhandeln. Das wie gesagt ist erstmal eine Besonderheit. Und von dem kann man durchaus Gebrauch machen. Also ist deswegen einfach mal eine wichtige Sache, dass man auch darüber mit seinem Lieferanten gesprochen hat.

Ansonsten natürlich im Heimatmarkt, national kenne ich meine Zertifikate und Gütesiegel. Das ist natürlich auch schonmal eine Geschichte. Die Nachteile sind womöglich – national habe ich eine beschränkte Produktauswahl. Habe einen höheren Wettbewerb, weil es eben irgendwie jeder schon irgendwie verkauft. Deswegen das zum Vorteil machen, indem ich hier ein nationales Produkt nehme – sage ich ja immer – und es so gesehen in den Export selber bringe. Ich habe natürlich eine Sortimentsähnlichkeit dadurch – Thema Wettbewerb. Wir haben lange Wartezeiten auf Neuheiten.

Wenn man jetzt mal so in Richtung Amerika denkt – Trendsetter ja. Und natürlich ansonsten die Vorteile des Internationalhandels im Ganzen ein Stück weit gegenübergestellt. In der Regel haben wir deswegen vergleichsweise niedrige Preise. Wobei ich wie gesagt jetzt vor China warne insofern, dass man sagt, ja ist eh alles billiger. Da kommen teilweise auch Importgebühren drauf, Verzollungen drauf. Also niedrigere Preise ist relativ.

Jetzt hier in Spanien – zum Beispiel war ich heute beim Optiker. Habe mir eine neue Brille bestellt. Da habe ich zum Beispiel gesehen – ich habe jetzt wirklich ungelogen für die Brille die Hälfte bezahlt. Ich habe zwei Brillen zum Preis von einer gekriegt – jetzt im Vergleich zu Deutschland. Ich habe mir noch eine Sonnenbrille in der gleichen Sehstärke, weil ich gefühlt blind bin, machen lassen. Und ich habe für beide einen Preis bezahlt, wo ich in Deutschland nur eine gekriegt hätte. Und das über Jahre hinweg. Also deswegen so international kann ich jetzt hier aus spanischer Sicht insofern bestätigen. Und das stimmt.

Wir haben natürlich insofern auch ein breit gefächertes Angebot. Nicht jetzt nur auf Spanien bezogen, sondern generell international betrachtet. Klar, ich bin nicht nur beschränkt auf meinen heimatlichen Markt. Neuheiten ergeben sich aufgrund dieser Fülle, weil wir natürlich andere Länder, andere Sitten, andere Produkte haben.

Dann gibt es natürlich im Prinzip deswegen auch ein paar Nachteile. Wir haben Sprachbarrieren. Das ist auch jetzt was ich tagtäglich in Spanien. Wir verhandeln meistens auf Englisch und auf Deutsch. Im Prinzip hohe Versandkosten. Da kommen noch teilweise so lustige Sachen wie jetzt bei uns hier konkret die Insel dazu. Da muss man ein bisschen drauf aufpassen. Wo sitzt denn der? Wie sind die Versandkostenfreigrenzen – auch das kann man und sollte man verhandeln. Grundsätzlich gilt aus dem Ausland: mangelnde Produktqualität kann ein Thema sein – sollte man immer im Auge behalten. Deswegen wichtig ist, wenn ein Lieferant anbahnt – auch im Dropshipping-Bereich – macht Testbestellungen. Denkt zum Beispiel daran, dass man auch genau liest und sich nicht von irgendwelchen Produktfotos bei so einem Einkauf oder auch bei so einem Ins-Sortiment-nehmen blenden lässt. Denn stellt euch zum Beispiel vor, ihr kauft irgendwelche Blumentöpfe. Die sehen super toll aus. Ihr macht einen geilen Preis, weil ihr denkt, die sind richtig groß. Und hinterher kriegt ihr so kleine Töpfchen und denkt, Mensch das ist mega blöd. Jetzt habt ihr noch viel geordert oder ihr habt per Dropshipping eben 500 Stück an den Kunden geliefert. Am besten noch an einen Gewerbetreibenden, der die auch weiterverhökern will – kann man ja machen im Dropshipping, auch B2B Business. Und dann kann man das Ding nicht zurückschicken. Also da muss man ein bisschen sensibel aufpassen in dieser Sache.

Und natürlich komplizierte rechtliche Rahmenbedingungen, insbesondere wenn es außerhalb der EU ist. Und deswegen muss man da sich auch so ein bisschen dieses Vertrauen am Lieferanten erarbeiten. Wichtig ist also deswegen, dass ihr euch aneignet – auch als Dropshipper – diese kaufmännische Produktbewertung, das heißt das man das Produkt nach festen Gewohnheiten und objektiv bewertet. Auch ob es eine Gewinnchance gibt, wie das Lieferprogramm ist, wie die Bewertungen sind im Internet und so weiter. Also das ihr da einfach ein bisschen aus dem eigenen raus geht und dass man die Produkte nicht nach seinem eigenen Belangen macht. Also ich habe früher oft die Fehler gesehen, die Leute haben das Sortiment zusammengestellt, nachdem was sie selber gut finden. Das sollte man nicht tun. Eine kaufmännische Produktbewertung und eine Produktselektion ist erstmal objektiv. Und ein Stückchen sekundär wie man das selber findet.

Verhandeln deswegen immer offensiv – also was ich schon am Anfang sagte, verhandle. Gehe proaktiv auf die ganze Geschichte zu und tu nicht alles was man dir sagt als gegeben hinnehmen. Wichtig ist, die Produktauswahl gerade in so einem kleinen Startup wie ihr das meistens macht mit Dropshipping – wo wir alle angefangen haben – macht das Ding zur Chefsache. Delegieren ist gut. Delegiere so viel wie du kannst, aber der Wareneinkauf, die Produktauswahl würde ich nicht unbedingt delegieren. Zumindest nicht in einem kleineren Betrieb, denn das ist gefährlich. Fehlt diese Kompetenz der Produktauswahl der Verhandlungsführung – was ein sehr wichtiges Kriterium ist. Erstmal aus der Hand gegeben ist die Wahrscheinlichkeit, dass das wieder zurückkommt zu euch – diese Kompetenz – sehr, sehr gering und deswegen ist das mit größter Vorsicht an dieser Stelle zu genießen. Nimm passende Tools und Hilfsmittel wenn ihr den Markt einschätzen wollt.

Ich werde euch nächste Woche bei dem Thema Kalkulation die Firma Sellix vorstellen.  Das wäre eines dieser Tools wo man eben seine Gewinne rechnen kann, seine Wettbewerbschance, seine Absatzchance – hier mit dem Schwerpunkt auf Amazon, aber das ist so ein Ding. Google-Trends kann auch sowas sein. Also nehmt verschiedene Tools. Google ist nicht nur Google, aber nehmt auch mal sowas wie Sistrix. Amazon-Sistrix war in der Betaphase, ist kostenfrei – könnt ihr erstmal testen. Das sind Möglichkeiten. Auch dass man einfach mal auch über Google hinaus ein Stückchen schaut. Und wichtig ist, man kann natürlich auch in den Shops, nicht zuletzt bei Amazon selbst, Produkte recherchieren und man kann auch alternative Produkte immer wieder sich finden lassen. Wichtig ist da zum Beispiel auch ein bisschen daran zu denken, dass wenn man nach Produkten sucht, zum Beispiel nach einer Marke und es wird ein ähnlicher Artikel angezeigt – das Phänomen haben wir gerade bei Amazon – dass es da natürlich auch einfach mal Raum für Alternativen gibt. Also man sucht nach einer Marke. Zum Beispiel man gibt ein Tupperware und plötzlich kommen ganz viele verschiedene Tupper – die nichts mit Tupperware zu tun haben. Das ist eine Marktrecherche die ganz sinnvoll ist. Man denkt da nämlich auch ein bisschen links und rechts – tut den Horizont erweitern.

Muss aber daran denken, wenn man so eine Suche jetzt im eigenen Shop anbauen würde. Mal ein Markenname, man tut auch alternative Marken vorschlagen, insbesondere wenn man diese Marke selber gar nicht führt, könnte das eine Urheberrechtsverletzung sein. Damit beschäftigen sich mindestens – von denen ich weiß – zwei Gerichte aktuell, wo man genau diese Frage klärt, ob das denn so ganz koscher ist. Bei AdWords ist das ja auch immer so ein heikles Eisen, so Marken anzubieten, die man selber nicht verkauft. Oder er schreibt ähnlich wie Gutschi, Praga. Das ist ganz schwierig. Also da Finger von lassen. Aber zu Produktrecherchen eine sehr gute Geschichte.

Ansonsten eigenes Spezialgebiet entwickeln. Ich war früher – wisst ihr ja – in der Kinder-Baby-Branche. Wenn ihr mir jetzt etwas von KFZ erzählt habe ich keine Ahnung. Das heißt erstmal dem eigenen Hobby und Interesse folgen. Damit ihr mitreden könnt. Damit ihr da auch eine Expertise habt. Das macht auch Eindruck bei dem entsprechenden Händler. Und damit kann man natürlich schonmal auf jeden Fall auch ein bisschen das Ganze hier kompetenzmäßig abwickeln. Und man kann damit auch dem Ganzen ein bisschen Schwung rausnehmen, weil man mitreden kann und damit vielleicht auch ein bisschen besser Rabatte kriegt. Deswegen ist es eine wichtige Tatsache, dass du dich mit deinen Warengruppen auseinandersetzt und das du dem, wo du Ahnung hast auch erstmal treu bleibst. Deswegen bewusst für Produkte entscheiden.

Dann natürlich muss man generell mal gucken – wurde ich auch oft gefragt – Mensch, was sind denn wichtige Marktdaten? Wir selber haben ja zum Beispiel auch auf Statista, statistische Umfragen, einen Premium-Account. Wie gesagt, Sellix habe ich eben schon genannt – da hat man eben auch Marktdaten im Hinblick auf Wettbewerb, Trends – Google-Trends und so weiter. Also behaltet das einfach immer im Auge. Das ist eine extremst wichtige Geschichte. Neben Ebay und Amazon und sowas, fällt mir momentan auch sowas ein wie Wish. Wish ist eine Sache die momentan aus dem Amerikanischen kommt. Ist eigentlich so ein bisschen auf dem Low-Budget-Level was die Produkte betrifft. Ist aber relativ erfolgreich aktuell. Ich habe mir sagen lassen, die App wurde über 32,5 Millionen Mal heruntergeladen. Und wenn man jetzt mal Amazon dagegen vergleicht, als gestandener Player, waren es lediglich 29,2 Millionen. Also jetzt auf die USA übertragen gerade für die jüngere Zielgruppe kann Wish megaspannend sein. Wie gesagt, hat einen mega Aufschwung aktuell. Und das kann natürlich auch sein, dass man da bei Wish vielleicht das eine oder andere Produkt findet wo man sagt, Mensch das ist eine spannende Geschichte, habe ich jetzt so gar nicht auf dem Schirm gehabt. Und das sollte man auf jeden Fall machen.

Also ihr seht schon, es gibt eine wichtige Vielzahl, wie man so Hersteller auch mal rastern kann. Wie man rangehen sollte. International das Ganze betrachten soll. Finde ich super. International auch gerade auf der EU-Ebene finde ich eine gute Geschichte. Ansonsten gilt es wirklich so viel abzugeben, nicht selber zu machen wie es geht. Aber wie gesagt, Produktsuche das würde ich erstmal im eigenen Haus machen. Denn wie gesagt die Produktauswahl unbedingt zur Chefsache machen, ansonsten entsteht vielleicht das eine oder andere Problem.

Und dann abschließend noch das Thema: Vom Einzelhandel kann man natürlich auch eine Menge lernen. Ich bin ja gelernter Einzelhandelskaufmann – komme also aus diesem Bereich. Wenn ihr mal durch den Supermarkt geht, werdet ihr das auch merken. Ihr findet oftmals in den Regalen – die haben ja verschiedene Höhen – ganz unten meistens schwere Artikel. Dann habt ihr die Bestseller auf durchschnittlicher Sichthöhe und dann habt ihr ganz oben wieder das Reckregal – sagt man. Und je nachdem stehen dann eben die ganz teuren Artikel oben. Die ganz schweren und preiswerten meistens ganz unten wo man sich bücken muss. Und das wo man am meisten Profit macht steht in der Mitte. Und so ähnlich kann das natürlich auch sein dieses mittlere Regal, diese Griffebene im Einzelhandel – das sollte man zum Beispiel im eigenen Onlineshop auch unbedingt an der Stelle machen, insbesondere im Hinblick auf die Startseite. Also denkt immer daran, dass ihr die eigene Startseite macht.

Noch eine Empfehlung: Findologic ist ein super Tool was jetzt über die Lieferantensuche ein Stück weit hinausgeht, aber eben im Hinblick auf die Lieferanten und Warenpräsentation letztendlich. Ihr könnt ideal mit findologic euern Shop ausstatten und somit natürlich gewährleisten, dass diese ganzen Sachen, die ihr so einkaufen wollt auch idealweise sehr gut gefunden werden. Dass ihr die margenstärksten Artikel – das finde ich ist eine geile Sache – gut platziert. Ich habe es euch schonmal gesagt, dass ihr die margenstärksten Artikel nach vorne stellt. Das ist genau dieses vom Einzelhandel lernen. Also wenn ihr die Produkte gefunden habt, müssen sie eben auch vermarktet werden und deswegen bieten es sich unheimlich gut an auch in seinem Shop über solche cleveren Möglichkeiten der Produktpräsentation nachzudenken oder eben über Upselling-Prozesse – ich habe euch das auch schon oft gesagt – dass man Thema KlickTipp, Gambio oder auch andere Shopsysteme – spielt da ja auch gar keine Rolle – miteinander kombinieren kann. Dass man da eben auch Upsellings machen kann. Auch dazu wie gesagt ganz viele tolle Möglichkeiten.

Und wenn ihr dazu mehr wissen wollt, was man da machen kann, empfehle ich euch auch gern nochmal unser Webinar – unser Marketingautomatisierungswebinar. Das ist jetzt ganz neu aufgelegt worden. Da schauen wir uns eben auch genau diese Möglichkeiten, die wir hier gerade angesprochen haben, nochmal im Detail an. Und deswegen schaut euch da gerne mal rein. Klickt euch rein.

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