Heute soll es um das Remissionsdesaster von Amazon gehen. Sicherlich habt das schon mitbekommen, wenn ihr selber FBA nutzt und demnach was auslagert habt. Amazon hat die Angewohnheit, ich denke das könnt ihr sicherlich bestätigen, die schicken das richtig schön einzeln verpackt zurück, nicht auf Palette oder Sammelkarton, nein, das ist bunt gemischt, unter Umständen wird das halbe Warensortiment einmal durchgemischt.

Das Ganze ist dann meistens noch sehr schlecht verpackt und dazu kommt natürlich noch, dass es aus allen Herrenländern kommt, was auch der Grund dafür ist, dass es eben derart zusammengewürfelt – teilweise eben einzeln – ankommt. Das Ganze dauert natürlich auch Wochen und Monate, bis die Gesamtremission im Prinzip dann auch da ist. Und das kann natürlich schon für Frust bei uns Dropshipping Experten sorgen, insbesondere dann, wenn vielleicht die ganze Sendung abhanden gekommen ist.

Aktueller Fall 104.000 Euro einfach verschwunden, von einem Rückweg des Amazonlagers – zu dir im Prinzip als Händler. Also wahre Geschichte, ist auch nachzulesen unter diesem Link. Und wenn du bedenkst, Amazon reguliert Stand heute nicht wirklich kundenfreundlich den Fall, man schiebt sich den schwarzen Peter zu – Spedition hier und Amazon da – und natürlich auf dem Rücken des Händlers. Und 100.000 Euro sind faktisch dann erst mal weg. Wir sprechen hier von einem Einkaufspreis wohl gemerkt. Und das ist auch das Thema, warum wir die Sache thematisieren. Abhängigkeit von beiden, ich habe ja schon Videos und Blogbeiträge veröffentlicht, warum dich Amazon ausbremst! Schlimmer, womöglich in den Ruin treiben kann, dies ist so ein Beispiel!

Aber selbst wie gesagt, wenn die Ware zurückkommt, dann gibt es eben sehr viele Beschwerden und sicherlich auch eigene Erfahrungsberichte. Ich als Dropshipping Experte mit viel Erfahrung kann das auch selber teilen, dass die Ware eben katastrophale Zustände hat, teilweise keine Lieferpapiere dabei sind, wie gesagt natürlich auch defekt ankommt. Warum ist das so? Zum einen liegt dies daran, dass Amazon an diesem Thema Remissionen keinerlei wirklichen standardisierten Prozesse hat. Man kennt das aus Endkundensicht: man kauft etwas, Prime zB, dann kommt das meistens in sehr gut verpackt an und auch sehr zügig an. Und das Problem ist, dass das eben in einem Warenausgang, also der Output sehr standardisiert ist. Amazon weltweit einheitliche Standards hat, das ist etwa die automatische Kartongröße, dies und das aus dem FF, einfach standardisierte Prozesse.

Beim Remissionen der Händler, ist dies nicht der Fall. Da wird dann händisch der falsche Karton gewählt, zB eine einwellige Pappe, bei einem sehr schweren Produkt und man wundert sich dann, dass das dann kaputt ist. Letztendlich hast du als Händler genau dann das Problem der Schadensregulierung, eigentlich sollte Amazon wenn etwas abhanden kommt oder defekt ist, den Verkaufspreis abzüglich der Gebühren von Amazon, in aller Regel sind das die 15%, erstatten. Das ist die Theorie. Man rennt aber in der Praxis sehr oft diesen Gebührenersatttungen hinter her oder – wenn Missgeschicke auf dem (Rück)-Transportweg passieren, dass eingangs genannte Beispiel etwa, dann kann es eben sein, dass auch mal 100.000 Euro Einkaufspreis und mehr erst einmal von der Bildfläche verschwunden sind.

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Ohne das jetzt weiter im Detail hier zu versinken, eine Lösung muss her. Also wie könnte denn eine Lösung aussehen? Ich denke spontan an das Thema Prime, also den Prime Versand durch Verkäufer.

Wenn ihr selber diesen Prime Standard erfüllt, das hat natürlich dies den Vorteil, dass ihr die Ware gar nicht zu Amazon (ins FBA Lager) schicken müsstet. Einfach generell dieses Remissionsdesaster gar nicht hättet. Jetzt ist natürlich die Kernfrage, warum nutzt man Prime? Ja, jetzt mal losgelöst, ob man es als Verkäufer machen würde oder eben das Full-Filment. Letzteres ist ja eigentlich der Grund, dass man im Prinzip seine eigene Logistik aussparen will. Das man keine eigene Mitarbeiter braucht und das man das eben delegiert an Amazon. Check! Wenn ihr es jetzt also selber schickt mittels Prime durch Verkäufer, habt ihr ja eigentlich genau dieses Problem nicht gelöst, außer das ihr Prinzip Prime zertifiziert seit.

Gut. Aber es gibt natürlich die Möglichkeit, dass ihr das Ganze über ein neutrales Full Fillment abwickelt. Neutrale Anbieter wie etwa die DHL sein, das können aber auch andere sein. Es geht einfach da drum zu verstehen bzw. darüber nachzudenken, ob es nicht ausreichend wäre, weil man ja eigentlich in erster Linie eben diesen Prime Status haben möchte und deswegen die Ware an Amazon gibt und mit der Logistik nichts zu tun haben will. Wenn ich aber beides gewährleisten kann, ich muss die Ware also nicht selber verschicken, weil ich es ja an ein neutrales Fullfilment abtrete.

Und man bedenke, du bist dann trotzdem Prime zertifiziert! Da die Abwicklung durch Prime durch Verkäufer abgewickelt wird. Wäre es dann vielleicht klug, das von Vornherein an ein solches neutrales Fulfillment zu geben (?), um die Ware von dort an den Endkunden gemäß den Standards, die ich dann eben erfüllen muss, zu erfüllen. Das hätte den Vorteil, dass ihr die Ware dann nicht mehr bei Amazon habt, trotzdem den Prime Stati ausweisen könnt – aus Kundensicht – und trotzdem selber keine Logistiklösung machen müsst.

Das macht das Fulfillment Center für euch. Das heißt, wenn ihr dieses Konstrukt mal denkt, hättet ihr auch das Problem mit den Remissionen gelöst, zumindstens mal so lange bis Amazon hier an sein Slogan das „kundenfreundliches Unternehmen der Welt“  auf Händlerebene zu erreichen. Denn als Händler ist es ja meistens mit Amazon bisschen mit einer Diktatur vergleichbar. Und mit diesem vorgestellten Ansatz könnte man genau das Problem lösen. Ja man müsste eben nur seine Fulfillment Partner diese Richtlinien aufschwätzen, aber in aller Regel ist das ja kein Problem, die dort lagernde Ware innerhalb von einem Werktag auch rauszuschicken – sollte man hinkriegen.

Ich finde: das sollte man einfach mal überdenken, ob das nicht die Lösung sein könnte für das Remissions-Problem. Denn gerade, wenn man dann auch vielleicht bei Amazon gesperrt wird, hätte man dann sogar noch einen Vorteil, die Ware wäre ja nicht bei Amazon, das heißt sie könnte dann auch nicht eingefroren werden, also zurückbehalten werden, denn man hat sie ja bei einem neutralen Dienstleister an der Stelle. Also denkt einfach mal darüber nach, gerade wie gesagt im Hinterkopf behaltend, dass die Schadensregulierung meistens desaströs ist,  Thema „100.000 Euro versenkt“. Im Prinzip. Und wie gesagt, einfach mal darüber nachdenken, ob es nicht generell Alternativen zu den Amazon Full Fillmentcenter geben könnte, auch auf anderen Marktplätzen betrachtet.

Momentan ist ja auch die Gerüchteküche insofern gerade ja am Brodeln, dass Ebay auch über ein Fulfillment nachdenkt. Gut, in wie weit das multichannel-technisch zu Amazon harmoniert, ist jetzt erstmal Zukunft. Aber auf jeden Fall gibt es neutrale Dienstleister die genau dieses Problem lösen können – auch hier und heute!

Abschließend stelle mir tatsächlich die Frage, warum man über diesen Prime des Verkäuferstatis das Problem als neutraler Logistiker nicht löst. Denn das sind teilweise auch die Leute, die in Foren zufolge solche Dienstleistungen betreiben und schreiben, „hey, wir kriegen ja die Ware von Amazon in Kundenauftrag zurück, weil das gegenwärtig so ist, dass dieser neutrale Logistiker das an Amazon weiterreicht“… Aber warum tut er das? Das ist die Frage, die man klären müsste! Vielleicht weil der Logistiker gar nicht daran denkt, dass es eine Lösung gibt! Das könnte die naheliegende Erklärung sein, dass er diese Lösung die so naheliegend sein kann, gar nicht am Schirm habt.

Also prüft in dem Fall ob das die Lösung für dein Problem sein könnte und das Remissionschaos bei Amazon etwas in den Griff zu kriegen, schreibe mir deine Erfahrung hier in die Kommentare!