Hi, hier ist Fabian, euer Dropshipping Experte und heute geht es um das Thema China-Dropshipping. Und ihr habt wieder ganz viele Fragen im Gepäck gehabt und die möchte ich heute wieder mal beantworten. Wenn auch du Fragen hast zu dem Thema Dropshipping, Aliexpress und so weiter, dann schreibt mir einfach hier direkt in die Kommentare und jetzt geht es los mit deinen Fragen.

Ist es normal, dass viele EU-Großhändler Gebühren für so eine CSV-Datei verlangen?

Ja, man muss hier unterscheiden. Also im Prinzip ist der klassische Dropshippinghändler den es gibt bei Google, bei Google AdWords zum Beispiel nicht der, mit dem du arbeiten solltest. Viele verkaufen dir eine Mitgliedschaft. Da gibt es solche Portale, da haben mir auch schon andere darüber berichtet. Das würde ich nicht machen. Also nicht Mitglied werden, weil das sind auch so Adressdatenbanken, die sind eigentlich tot. Das heißt, man muss hier ein stückweit differenzieren tatsächlich. Die Adressdatenbank, die Geld kostet, damit ich die Händleradressen als solches bekomme, die würde ich nicht machen, weil da wie gesagt eher eine Quantität ist. Ein einzelner Händler, der vielleicht eine Gebühr verlangt, das kann sein, da muss man unterscheiden. Wenn es eine Mitgliedschaftsgebühr ist, so einfach eine Art Dropshippinggebühr, das würde ich nicht tun. Das ist dann eher so Mainstream, das klingt zu professionell. Das bedeutet gleichzeitig, ich habe sehr viel Wettbewerb. Viele Leute, die die gleichen Dateien haben, die die gleichen Sachen verkaufen. Das heißt, da geht es weniger um die Gebühr als solche, es geht eher um den Indikator, dass derjenige sehr professionell ist und dass das deswegen Mainstream ist. Also erste Qualitätswarnung. Prinzipiell kann man sagen, dass es spannend wird, wenn ein Händler keine DSV-Datei hat und sich dann das bezahlen lässt, dass er dir eine erstellt. Das heißt, diese Bemühung, dass man die bezahlt, das ist eher ein positives Qualitätsmerkmal. Und darauf würde ich dann eher achten. Aber für eine Datei Geld zu bezahlen ist nicht untypisch. Aber so ein bisschen auf dieses minder und Qualitätsmerkmal achten, zu differenzieren, das kann nicht schaden.

Muss ich mich als Verkäufer, um am Markt zu bestehen, an die Preise der Konkurrenz halten oder habe ich da ein bisschen Spielraum?

Natürlich ist es so, wir können keine Mondpreise berechnen. Denn wenn ich Mondpreise habe, wer soll es dann kaufen. Das ist das Problem. Wenn wir sagen, so ein Schiff kostet zum Beispiel 20 000 Euro. Und wir sagen, Mensch das gleiche Schiff verkaufen wir für 50 000, wird es keiner kaufen. Das heißt, an die Konkurrenz halten müssen ist relativ. Aber ich glaube es macht keinen Sinn es im weitesten Sinne nicht zu tun. Einfach deswegen, weil es natürlich auch einen Abnehmer für das Ganze geben muss. Und das ist erstmal das Entscheidende, dass wir keine Mondpreise machen. Deswegen es gibt ja so etwas wie die QS oder andere Pricing-Software da machst du einen Mindestpreis und einen Maximalpreis in dem sich die Software bewegt. Und man pendelt sich am Wettbewerb ein. Das heißt, es macht schon Sinn zu einem marktüblichen Preis zu verkaufen. Aber man kann auch – und das ist viel spannender – marktüblich im Ausland verkaufen. Also wenn hier ein Produkt ein paar Euro kostet, der Marktpreis sehr gering ist, ich nichts verdiene, dann kann ich das gleiche Produkt vielleicht im Ausland verkaufen mit einer deutlich höheren Spanne. Weil es dort marktüblich ist aufgrund des Exportgeschäftes, nicht Import, Export weil ich draußen verkaufe im Ausland. Dass es da teurer ist, dann ist es marktüblich das gleiche Produkt teurer zu verkaufen.

Wenn ich jetzt Ware vom Großhändler via Dropshipping beziehe, gibt es die Möglichkeit mit den Großhändlern zu verhandeln oder habe ich immer fixe Preise?

Grundsätzlich geht das immer. Verhandeln ist deswegen gut, weil man dann erstmal nicht kopiert. Jeder der kopiert oder importiert, der kann nicht verhandeln, weil er gar nicht den direkten Kontakt pflegt. Das heißt, die Frage ist schonmal sehr gut. Denn ich muss erstmal einen direkten Kontakt haben, eine Lieferantenbeziehung haben, damit ich dann überhaupt was verhandeln könnte. Rein vom Ansatz her. Das ist sehr gut, der Ansatz gefällt mir. Und ja man kann natürlich verhandeln, das ist immer eine Mengensache. Jetzt ist es so, wir haben keine direkte Palettenware, die wir einlagern, also keine direkte Menge, die wir abnehmen. Da kann man sicher über Rahmenverträge nachdenken, dass man sagt, wir machen Dropshipping. Wir haben vor in den nächsten so und so vielen Wochen und Monaten so und so viel an Menge zu verkaufen. Kann man anhand von Trends und anhand jetziger Abverkaufstrends so ein bisschen prognostizieren und sagen, wenn wir das und das verkaufen – so eine wenn-dann-Möglichkeit – dann möchten wir diese Mengen, so eine Art Staffelrabatt. Das man sagt, ok, wenn wir jetzt fünf Stück verkaufen kriegen wir natürlich keinen Rabatt. Wenn wir 50 verkaufen vielleicht 5 Prozent und wenn wir 100 verkaufen vielleicht 10 Prozent. Das heißt, das kann man vereinbaren und das sollte man vereinbaren. Das ist auch ein sehr wichtiger Grund, warum ich ein Freund bin von individuellen Verhandlungen, dass man diese Planung, diesen Planungshorizont einfach auch ernsthaft mit einbezieht und dass man davon auch Gebrauch macht und nicht nur kopiert, weil dann kann ich verkaufen, verkaufen, verkaufen. Ich werde niemals bessere Konditionen kriegen, weil ich gar keinen Ansprechpartner habe.

Letzte Woche haben wir darüber gesprochen, über Bildrechte, Lieferzeit, das ist mit China ein bisschen problematisch. Dann kam aber die Frage auf, warum ist es denn besser einen europäischen Lieferanten zu nehmen und eine CSV zu haben, statt einfach die Ware von China importieren zu lassen, wo vielleicht die Marge viel höher ist. Warum machen wir das? Warum ist das besser?

Generell geht es darum, eine CSV-Datei zu haben – das haben wir letzte Woche gesagt – setzt im Prinzip voraus, dass ich einen direkten Kontakt habe. Ähnlich wie mit diesem Rabatt. Um einen Rabatt zu haben, muss ich erstmal mit jemandem sprechen. Und so ist es mit der CSV-Datei, die fliegt mir nicht zu. Ich muss erstmal mit den Leuten reden. Und der Vorteil ist natürlich, ich bin auch juristisch auf der sicheren Seite, dass ich da erstmal nicht abgemahnt werden kann, weil es eben diese CSV-Dateien gibt. Vielleicht noch gegen eine Gebühr, was wir zu Anfang hatten. Viel spannender ist das Thema, es kommt darauf an wo die ist, aus welchem Land die ist. Man muss auch darauf achten so eine CSV, generell Bilder aus China, heißt ja oft ihr dürft die nehmen. Natürlich dürft ihr die nehmen, aber das Problem ist, wen willst du belangen, wenn du abgemahnt wirst. Weil du hast ein Impressum, der in China vielleicht nicht. Außerdem ist es ein Drittland, verklag mal jemand in China, das ist sehr schwierig vom Prozess her. Also rein vom Handling her. Und das ist das Problem. Wenn du ein Produktfoto nimmst, weil es heißt, du darfst das verwenden, hast du nicht die Garantie, dass derjenige, der das sagt – der chinesische Händler – das auch wirklich selber benutzen darf. Weil ihn das einfach nicht interessiert, weil er in einem Drittland lebt. Viel weiter weg vom Schuss, als du es bist. Das ist schonmal das erste an der ganzen Geschichte. Und dann ist natürlich das Thema, losgelöste Nutzungsrechte. Das Thema Marge ist auch noch was Wichtiges, hat nichts mit der CSV-Datei als solches zu tun mit Bildrechten, es geht ja um das Thema Marge. Ist anscheinend so ein Glaubenssatz, dass viele Leute behaupten, wenn ich ein Produkt aus China nehme. Mal losgelöst von den Bildrechten, über die wir gerade gesprochen haben, über dieses laxe vermeintliche Vorgehen. Es geht erstmal darum, was die Marge ist. Jetzt muss man erstmal differenzieren, was auch was mit den Bildern zu tun hat. Ein Bild zeigt dir erstmal eine Vision an, was du kaufen kannst, auch in China kaufen kannst. Die Frage muss erstmal sein, hat derjenige nicht nur dieses Produkt, sondern ist es auch Originalware. Das ist schonmal ganz wichtig. Denn Bildrechte zu haben ist das eine, Bildrechte an einem Produkt, was eine Fälschung ist – gefakte Turnschuhe zum Beispiel – da bringt dir auch das Bildrecht nichts, weil es per se illegal ist das Ding zu verkaufen. Oder hier diese Fidget Spinner, was so ein Trend war vor kurzem. Die Fidget Spinner wurden teilweise versehen mit solchen Brands. Das können so Hello Kitty-Brands sein oder Automobilmarken, wie BMW oder Mercedes Benz. Das sieht gut aus, lässt sich gut verkaufen, du kannst daran sogar die Bildrechte bekommen. Aber du darfst gar nicht verkaufen, weil das gar kein lizensierter Markenartikel als solches ist. Das ist schonmal ein Riesenproblem, an der ganzen Situation, dass dir selbst das Bildrecht nichts bringt, wenn das keine original lizensierte Markenware ist. Oder Originalware ist, die du aber gar nicht in Deutschland oder in der EU verkaufen darfst. Denn auch das ist mitunter realistisch. Das heißt, in Summe muss ich mir die Frage stellen, habe ich wirklich Thema Gewinn einen höheren Gewinn, nur weil das aus China kommt. Das ist so, die ganzen Leute die Aliexpress, Dropshipping machen, haben irgendwie noch nicht in Deutschland recherchiert oder sie gehen eben auf diese Mainstream-, Big-Buy-Portale, wo der Preis im Keller ist. Wenn du aber wirklich – dazu habe ich viele Videos gemacht – hingehst, einen soliden Lieferanten suchst, dann kannst du auch in Europa, in Deutschland mit einem Lieferanten eine sehr, sehr solide Gewinnmarge machen. Das heißt, die Grundaussage in Deutschland verdiene ich kein Geld und ich muss deswegen aus China Produkte herholen, das ist falsch. Es mag natürlich sein, dass du in China höhere Gewinnspannen hast, man redet ja, man sieht das ja von hunderten von Prozent, bis 2000 Prozent Gewinn. Das ist auch insofern richtig. Aber es gibt auch hier sehr viele Waren, die gar nicht mal unbedingt die Markenwaren sind, weil Marken sind generell teuer und wenig Gewinn. Aber es gibt einfach sehr schöne Händler, die man verkaufen kann, wo du Gewinn hast. Und nicht zuletzt mit dieser ganz einfachen pragmatischen Herangehensweise, dass man einfach sagt ok, ich nehme mir meine Liste. Ich schaue mir an, wie das in Deutschland gehandelt wird. Und ich möchte dann vielleicht das gleiche Produkt im Ausland, im Export verkaufen. Das ist also nochmal eine ganz wichtige Sache. Bevor ich Chinaware hier rüber hole mit Zoll, dies und das, ist es vielleicht leichter ich nehme einen deutschen Lieferanten, ein deutsches Produkt und verkaufe es im Ausland. Es muss ja nicht in China sein, wobei das auch spannend ist. Aber ein deutsches Produkt in Spanien verkaufen, in Frankreich verkaufen. Das ist allein schon mit viel mehr Gewinn. Das hatten wir vorhin noch kurz. Und das ist vielleicht die wichtigere Überlegung, ob man sich diese Gedanken stellt. Und dann hat man trotzdem eben einen Qualitätsstandard, eine deutsche Rechtsgrundlage auf der ich verkaufe, es ist einfach viel leichter. Du musst nichts importieren, ich habe keinen Zoll, es wird für die Kunden leichter, ich habe die Gewährleistung, die Haftungsrechte – ist alles transparenter, wenn ich mir einfach mal dieses Case vorstelle. Aber anscheinend ist es irgendwie leichter, man holt etwas rüber.

Das waren die Fragen von dieser Woche. Und wenn ihr neue Fragen an den Dropshipping Experten Fabian Siegler habt, einfach stellen. Wir werden sie in den kommenden Wochen beantworten.

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