Trends sind Killer, Trends sind der Tod für Dropshipping. Das klingt erstmal ganz schwierig, denn man sagt Thema Marktanalyse, wir müssen nach Trends suchen, ich will den Trend nicht verpassen. Und das Problem für uns Dropshipper und Dropshipping Experten ist, wenn wir nicht gerade Trendsetter sind, also die Trends selber setzen, dann ist die Gefahr relativ hoch, dass wir diesen Trends eigentlich permanent hinterherlaufen ein Stückweit.

Man sieht das auch so ein bisschen in der Modebranche, da wird eigentlich schon Jahre im Voraus geplant, was Trend werden soll. Das heißt, das ist so eine richtige Planung. Also so ganz von ungefähr kommt das nicht. Nicht zu verwechseln mit einem viralen Effekt. Das ist eine Sache, die ein bisschen unvorhergesehener kommt. Man denke zum Beispiel an diese Fidget Spinner. Aber da ist so das Grundthema, man kann auf so einen Trend aufhüpfen. Aber jetzt gerade im Dropshipping-Business sind wir ja weniger daran interessiert oder geneigt, permanent eigenes Geld in die Hand zu nehmen und das in das gezielte Sortiment zu investieren. Und weil wir wenig dazu geneigt sind, ist es im Großen und Ganzen auch so, dass wir eher mal das Ganze langfristiger sehen sollen.

Also einen Trend mitnehmen, dass ist auf jeden Fall immer eine charmante und spannende Geschichte. Aber es ist ein Unterschied, ob ich einen Trend mitnehme oder ob ich permanent dem Ganzen hinterherrenne. Man kann da sich die Amazon-Bestsellerlisten angucken, man kann sich die Wunschartikel angucken, die bei Amazon am meisten gewünscht werden, man kann sich die Google-Trends angucken. Oder man kann sich eben mit Analysetools wie Sellex, früher z. B. Amazon-Marketplace die Daten holen. Man kann sich mit verschiedenen statistischen Tools anschauen, was gefragt sein wird, welche Investitionen Sinn machen usw. Das ist eine sicherlich ganz wichtige Sache, gerade wenn ich eben nicht auf der Ware sitzen bleiben möchte. Wenn ich keine Ladenhüter einkaufen möchte. Aber als Dropshipper würde ich mich da vielleicht sogar ein Stückweit beschränken, denn ich kaufe ja die Ware strenggenommen gar nicht ein, warum sollte ich deswegen dann gezielt nach Trends schauen?

Und da haben wir trotzdem mal geguckt, gemäß Statista wie die Menschen so Trends suchen. Und die recherchieren teilweise online, kaufen dann auch online. Aber das sind nur 8 Prozent. Das heißt, wirklich arg viel geht von online auf offline – da sieht das schon ein bisschen anders aus. Aber rein online auf online mit 8 Prozent – naja. Die Online-Offline-Recherche, also Recherche online und kaufen dann im Fachgeschäft vor Ort, das sind schon 57 Prozent. Das heißt, im Prinzip würden da die Fachhändler eher profitieren. Man sucht im Internet, man recherchiert, man nimmt die Preisvergleiche her und dann schaut man, das ist ein Trend, das ist geil und kauft dann aber vor Ort. Ansonsten haben wir auch noch das Szenario, dass die Leute offline recherchieren. Also sie stöbern durch die Geschäfte und kaufen es im Anschluss dann im Internet. Das machen aber nur 31 Prozent. Das heißt, der traditionelle Handel partizipiert hier mehr wie umgekehrt. Und dann gibt es natürlich noch diese ganze Geschichte, recherchieren offline, kaufen online. Aber wie gesagt, das ist alles zu vernachlässigen. Denn das sind nur 4 Prozent. Lange Rede, kurzer Sinn. Die Trend-Geschichte ist, wenn, wie gesagt, im Internet inspirieren, vor Ort kaufen. Wegen der Beratung, das ist schonmal eine Grundsache.

Trends haben immer dieses Thema, man ist sehr in der Denkweise fokussiert. Man möchte immer dem Trend hinterherlaufen. Ein Schippchen abschlagen. Deswegen ist es vielleicht zielführender, das Sortiment ein bisschen weniger belastend aufzubauen, wirklich das Sortiment ein bisschen breiter aufstellen. Und den Trend in dieser Nische dann mitnehmen. Aber jetzt nur weil die Fidget Spinner in sind – die ganze Zeit hat man aber keine Spielwaren verkauft – dann macht das keinen Sinn. Also angenommen, du verkaufst jetzt Luxus-Handtaschen und plötzlich gibt es Fidget Spinner für 7,78 Euro Verkaufspreis, versandkostenfrei, zum Bestseller. Das passt einfach nicht. Da kannst du Bestseller haben wie du willst, das passt einfach nicht. Genauso, wie wenn du Teeverkäufer bist oder Kaffeehändler bist und dann plötzlich sagst: Mensch, die Fidget Spinner sind geil. Ja, die sind geil. Aber die bringen nichts in deinem Sortiment. Da sollte man sich seinem Sortiment auch – glaube ich – treu bleiben.

Und wenn wir bei diesem Thema Sortiment sind ist es auch wichtig, dass man diesen Sortimentsaufbau, diese Sortimentspflege unheimlich gerade am Anfang selber macht. Selber selektieren, wo ich denn verkaufen könnte. Was macht denn Sinn? Denn wenn ich das Ruder aus der Hand gebe, dann habe ich das Problem, dass ich dann eigentlich Kompetenz hergebe. Und outsourcen ist immer eine gute Sache, gerade im Dropshipping und im E-Commerce wo ich ortsungebunden arbeite. Aber outsourcen sollte ich eben auch nicht unbedingt die größte Kompetenz, die das ganze Geschäft erstmal vom Kapitalstamm her auch mächtig macht und unikat. Und die Produkte, die Lieferanten, die Lieferantenbeziehungen, das sind eigentlich so die kleinen Goldstücke einer Firma, gerade einer virtuellen. Und deswegen, diesen Job outzusourcen ist immer sehr gefährlich. Denn das ist das Problem, wenn man das outsourct, dass dann der entsprechende Mitarbeiter vielleicht sagt, Mensch, ich bin ja richtig gut darin und sehe, wie viel Geld ich dir – also meinem Chef da jeden Monat hinschaufle – dann mache ich doch das Business gerade mal selber. Und das haben früher auch meine eigenen Mitarbeiter – ist schon lange her, aber das war damals so – auch in ähnlicher Weise manche gedacht. Die machen das dann selber. Aber das Problem ist, es ist eben damit nicht getan. In so einem gesamten Unternehmen, was funktionieren soll, bedarf es eben auch noch ein paar anderer Abteilungen. Und die darf man durchaus mal outsourcen und die sieht man als Arbeitnehmer vielleicht nicht. Das sind so Sachen im Hintergrund.

Finanztechnische Sachen, Steuerberater, Banken, ja Kalkulation. Das ist auch eine ganz wichtige Sache. Die kann ein Stückweit eine Software übernehmen diese Mindestpreise, Maximalpreise und Wettbewerbe aktuell gegengleichen. Aber das grundsätzliche Einkaufen, Verhandeln eines Lieferanten, den Lieferanten auswählen, entscheiden was machen wir denn da Schönes rein, das sollte man dann selber machen. Die Qualitätskontrolle z. B., die kann man durchaus outsourcen, das Retourenmanagement kann man outsourcen. Einen Paketdienstleister, ja logisch source ich aus. Ich fahre ja nicht selber zum Kunden. Das sind alles Sachen, die sind in Ordnung. Auch seine Texte für Suchmaschinenoptimierung kann ich outsourcen. Ist überhaupt kein Thema. Wie gesagt, die Preisoptimierung sicherlich auch, das grundsätzliche Kalkulieren, das erstmalige Anschieben des ganzen Unternehmens vielleicht besser nicht.

Und so ist es auch mit den ganzen Trends. Das sind teilweise eben One-Hit-Wonder und das Dropshipping-Business sollte ja eher nachhaltig gefußt werden. Und das Problem ist, wenn die Leute auch bei dir kommen in den Shop wegen eines Trendartikels, wegen so eines Fidget Spinners. Dann entsteht noch ein weiteres Problem. Nämlich der Kunde hat eigentlich gar keinen Grund wieder zu kommen, denn er will eigentlich gar nichts von deinem Kernsortiment. Er will nur diesen einmaligen Kauf. Und damit entsteht so eine Sogwirkung. Ich bin darauf angewiesen permanent neue Trends aufzuspüren, denn sonst kommen keine Kunden mehr. Denn Bestandskunden über diesen einmaligen One-Hit-Wonder-Trend werde ich in der Praxis nicht aufbauen. Und deswegen ist es viel zu kurz gedacht. Es sei denn ich bin der Trendsetter. Und dann kommen die Kunden wegen dieses Trends. Das mag vielleicht funktionieren. Aber auch da besser in der Nische der Trendsetter sein. Das ist schon ein sehr wichtiges Engagement. Man sollte dann auch mal seine Fühler tatsächlich ins Ausland ausstrecken. Weniger um dort die Ware herzukriegen, aber erstmal um sich zu inspirieren. Denn die Amerikaner beispielsweise sind uns da meistens um Längen voraus. Auch inzwischen die ganzen Leute in China, in Asien. Da sind viele Sachen, die dann nach und nach nach Europa oder auch nach Deutschland kommen. Und das mag schon sein, dass man da ein Gespür kriegen muss. Und wenn man richtig Trendsetter sein will, kommt man wahrscheinlich gar nicht drum herum, vor Ort auch ansässig zu sein. Vor Ort Mitarbeiter zu haben, die dann sagen, hier ist vor Ort die und die Stimmung usw. Ihr seht das hier in Spanien. Wenn hier z. B. irgendwelche Feste sind – hier feiert man z. B. Ostern ganz anders. Oder auch Thema Feuerwerk, Neujahr, feiern wir hier ganz anders als in Deutschland. Und das sind so kulturelle Unterschiede, obwohl wir jetzt mit Spanien schon gefühlt Nachbarn sind zu Deutschland. Also wenn man mal an Amerika mit dem großen Teich – wie man ja sagt – zwischendrin denkt. Selbst da, in dieser kleinen Entfernung, sind doch schon kulturelle Unterschiede und die sind mitunter extremst beachtlich. Und das gilt es auch zu beachten, wenn man von Trends spricht.

Also Trends, die in Fernost aufgegriffen werden, haben zwar gute Chancen hier rüber zu kommen. Aber es ist wie mit so einem viralen Effekt – eine Garantie gibt es eben nicht. Und so richtig messbar ist es erst in harten Fakten, wenn der Trend schon da ist. Nur ist es dann meistens zu spät. Und deswegen würde ich, euer Dropshipping Experte, das Geschäftsmodell darauf nicht aufbauen.

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