Die Gewinnspannen sind verlockend und die Artikel sind schnell ins Sortiment aufgenommen. Dropshipping auf Basis von Alibaba.com, Banggood.com & Co ist weit verbreitet und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Aber würde ich als Dropshipping Experte das auch wirklich empfehlen?

Wir sollten uns ansehen, ob wirklich alles Gold ist was glänzt. Es ist einfach und lukrativ. Passende Artikel werden auf Alibaba.com oder Banggood.com gesucht und bei Amazon Deutschland verkauft. Das kann funktionieren. Eine Frage die man sich stellen kann hierzu ist, wie es mit dem Lieferantenverhältnis aussieht. Hat man eines (wenn man nur gewinnträchtige Artikel) einfach so listet? Amazon hat nichts gegen Dropshipping, aber es muss eine Lieferantenbeziehung vorliegen. Eine solche zu haben erscheint auch auf den zweiten Blick sinnvoll. Denn wie verhält sich das ganze bei Retouren und Reklamationen? Muss die Ware wieder nach China geschickt werden und dann sendet der „Lieferant“ erneut an deinen Endkunden? Ist das wirklich so besprochen? Und wenn ja, geht das im Falle eines Falles auch wirklich reibungslos.

Denn die Lieferzeiten sind bei diesem Konstrukt zwangsläufig unsexy. Sowas gefällt mir als Dropshipping Experten gar nicht. Luft- oder Seefracht erfordern einfach Ihre Zeit. Wenn dein Kunde dies weis und entspannt ist, dann passt alles. Aber ich kenne langfristig keinen Amazon Kunden welcher gerne Wochenlang wartet. Gerade der sonst Prime verwöhnte Kunde muss nun warten und womöglich noch selbst rausfahren, zum Zoll. Denn auch dies kann passieren, insbesondere bei teureren Artikel. Das die Kollegen in Fernost auch nur Neuware und vor allem Originalware versenden, ist keinesfalls selbstverständlich. Im Zweifel steht der Endkunde bei Dir auf der Matte. Ein Verweis nach Fernost hilft hier auch nichts, insbesondere daher nicht, da du der Verkäufer und Ansprechpartner bist. Die negative Bewertung und A-Z Antrag gibt es also im Zweifel für dich.

Und selbst wenn dies alles nie passieren sollte und alles reibungslos klappt, dann bleiben noch die Warenbestände. Hat man keine wirkliche Lieferantenbeziehung kann es schnell sein, dass die Ware nicht mehr lieferbar ist. Blöd für die eigene Stornorate. Im übrigen kann es auch eine Herausforderung zu sein, eine steuer-rechtlich saubere Rechnung vom Händler aus China und Co. zu erhalten. Dort ist man nämlich um Welten Pragmatischer. Auch hier zahlt du im Zweifel – nach!

Das ganze ist also etwas komplexer als man denken könnte, so mein Eindruck. Womöglich liege ich hier völlig falsch, aber ich denke es kann nicht schaden sich seine Gedanken zum Thema zu machen. Der Markt in Fernost bietet großen Potenzial, nicht zuletzt auch für uns „Made in Germany“. Möchte man deutsche Produkte in China verkaufen können die Gewinnmargen ebenso spannend sein. Im übrigen zahlt selbst Amazon Verkaufsgebühren im Reich der Mitte. Insofern kann man sich durchaus etwas auf die gleiche Stufe stellen. Ihr müsst selbst entscheiden ob das alles handhabbar ist, mir persönlich wäre das ganze so zu heiß. Man denke auch an etwaige Haftungen und Mängelrügen, dass ist nämlich dann Ware aus einem Drittland. Und schwuppst, kann es sein, dass man dich – obwohl Widerverkäufer – als Hersteller ansieht.

Ich denke man sollte seine Erfahrungen hierzulande machen. Wenn alles nach Plan läuft, kann man gewiss auch Expandieren. Aber für eine Automatisierung und Skalierung müssen einige Überlegungen gemacht werden. Bist du bereit dafür?

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