Das Verkaufen bei Amazon ist mit vielen Risiken behaftet. Deshalb bekommt ihr heute exklusiv Tipps von eurem Dropshipping Experten Fabian Siegler. Zum einen gibt es wettbewerbsrechtliche Aspekte, aber auch die Richtlinien von Amazon im Ganzen einzuhalten kann schnell komplex werden. Insbesondere dann, wenn man international agiert. Als Online-Händler kommt man daher auch schnell in Versuchung eine neue Katalogseite für ein bereits angebotenes Produkt anzulegen. Immer dann aber, wenn es bereits eine Angebotsseite gibt, ist mit Vorsicht geraten. Willst du dich als Händler an ein bereits bestehendes Angebote anhängen, solltest du stets kontrollieren, ob es zu dem Produkt eventuell mehrere Artikeldetailseiten gibt; denn wenn solche Katalogseiten existieren, ist es ratsam sich an die älteste – und somit ursprünglichste Katalogseite anhängen.

Eine Doppel-Listung kann auch zur Suspendierung des Amazon-Accountes führen! Aber auch juristisch ist die Angelegenheit brisant, wie ein folgendes Urteil zeigt. Der BGH hat mit Urteil vom 3. März 2016 (I ZR 220/15) entschieden, dass Händler für Wettbewerbsverletzungen von Amazon – trotz fehlender Kenntnis und Einflussmöglichkeit auf den Wettbewerbsverstoß – gemäß §§ 8, 3, 5 Abs. 1 Satz 1 und 2 Nr. 2 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) auf Unterlassung haften. Mit Urteil vom gleichen Tag stellte der BGH zudem fest, dass Händler für Markenverletzungen Dritter haften (BGH, Urteil vom 03.03.2016, I ZR 140/14).

Für Amazonkunden ist das „Anhängen der Händler“ natürlich praktisch, ermöglicht nämlich einen schnellen Preisvergleich der Händler. Identische Produkte sollten daher nicht mehrfach im Amazonkatalog vorkommen. Aus Händlersicht ist dieses „Angebot-Anhängen“ jedoch schnell eine teure und rechtliche Stolperfalle. Problem ist nämlich, dass sowohl Amazon, als auch alle Händler, die Produkte unter einer identischen ASIN anbieten, die Katalogseite jederzeit ändern können – mit weitgehenden Haftungsfolgen versteht sich.

Als Verkäufer bei Amazon ist man daher notgedrungen gut eingespannt, mit weitgehender Überwachungs- und Prüfpflicht. Ist das Sortiment reichhaltig und länderübergreifend, wird dies schnell zur Mammutaufgabe. Im zugrundeliegenden Streitfall des OLG Hamm, siehe oben, hat der betroffene Händler versucht, die kosten- und zeitintensiven Kontrollpflichten zu umgehen, indem er bei zahlreichen Artikeln eine neue ASIN und dementsprechend neue Katalogseiten erstellte. Problematisch ist das ganze darum, weil Kunden so nicht auf den ersten Blick sehen können, dass die jeweiligen Artikel noch von weiteren Händlern angeboten werden. Der transparente Preisvergleich war demnach nicht möglich. Insbesondere fehlte auch der Hinweis „Dieser Artikel wird auch angeboten von […]“. Das OLG Hamm hat seine bereits im Rahmen eines Hinweisbeschlusses geäußerte Rechtsauffassung vom 12. Januar 2017 (I-4 U 80/16) somit bestätigt. Seiner Zeit wurde festgestellt, dass die Neuanlage einer weiteren Katalogseite für ein bereits angelegtes Produkt irreführend im Sinne des § 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 UWG sei.

Es ist daher ratsam seinen Amazon-Account regelmässig überprüfen zu lassen, um Suspendierungen und Abmahnungen von Wettbewerbern zu umgehen, auch als Dropshipping Experte.

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