Der eCommerce Boomt und wir als Dropshipping Experten sollten uns nicht beklagen. Aber ein bisschen neidisch auf den Wettbewerb aus Fernost darf dann doch geblickt werden. Schaut man sich Plattformen wie eBay und vor allem Amazon genau an, fällt auf das immer mehr Verkäufer auf Fernost auch auf dem deutschen Marktplatz auftauchen. Das ist eigentlich aus Amazon-Sicht auch nur logisch. Denn die „Kollegen“ können viel preiswerter beziehen denn viele Waren die wir hier so als Händler verkaufen, kommen eh aus China & Co. Wenn man nun Amazon ist, und sich diesen Umstand bewusst macht, dann ist klar das man möglichst viele solcher Händler haben möchte. Denn die treiben den Preis – ganz im Sinne von Amazon – in den Keller. Die Qualität ist auch gesichert, zumindest im Puncto Kundenservice und Versand, denn die chinesischen Händler nutzen sehr oft das FBA-Programm, aus Bestellersicht also Prime-Versand. Jetzt ist es so, dass wohl niemand jedes mal das Impressum prüft, wer denn die Ware eigentlich verkauft, ist ja eigentlich egal, ist Prime und insofern alles wie gewohnt – und sicher!

Alles könnte so schön sein, blöd ist nur wenn man als deutscher Händler einen Artikel für rund 7 EUR verkaufen möchte und diesen selbst in China für 1,20 Euro einkauft – dann ergeben sich Probleme in der Marge! Zunächst muss der Artikel aus China verschifft werden, und dann muss natürlich alles verzollt, versteuert werden. Wir möchten ja dazulernen, darum schauen wir wie es der Chinese handhabt. Dieser sichert sich zunächst einen Platz in der heißumkämpften Buy Box. Mitunter genügt schon ein Cent preiswerter zu sein als man selbst. Aber warum kleckern, wenn man glotzen kann? Die Vertriebsprofis aus China haben es nicht so mit deutscher Marge, oder fahren Ihre eigenen Preispolitik? Jedenfalls, wird identischer Artikel, natürlich Prime, für gut 3 EUR verkauft auf Amazon. Den Endkunden freut es, und glauben weiterhin als Händler hat man gigantische Gewinnspannen. Klar, dieser Verdacht liegt auf den ersten Blick nahe, ist „ein Wettbewerber“ doch satte 4 EUR preiswerter. Das „dieser Wettbewerber“ auch China kommt, ist entweder egal, oder zu 99% unbekannt – denn wir hatten es bereits, wer prüft schon vor jedem Prime-Deal die Anbieterkennzeichnung. In unserem Beispiel betragen die Amazongebühren etwas unter 2,87 Euro. Bleiben 20-25 Cent übrig. Von diesen wenigen Cents muss unser lieber Handelspartner aus Fernost den Artikel natürlich selbst kaufen/produzieren lassen und nach Deutschland liefern lassen. Da China gemäß dem Welt-Postvertrag als Entwicklungsland eingestuft ist, werden die Versandkosten subventioniert. Eine feine Sache, ist man nicht der doofe deutsche Händler.

Unserem lieben deutschen Staat entsteht dabei doppelter Schaden. Denn unser chinesischer Händler zahlt zunächst einmal in aller Praxis keine Steuern – und da wir als deutscher Händler, als Dropshipping Experte, überhaupt nicht wettbewerbsfähig sind, zahlen wir bei diesem Artikel natürlich auch keine Steuern. Amazon macht zwar weniger Umsatz, dass dürfte man aber wohl nicht überbewerten, denn meiner Meinung nach, ist Amazon alleinige damit geholfen, dass die Preise im Keller bleiben. Denn zwangsläufig werden die anderen Anbieter irgendwie mitziehen, dass diese faktisch dann Verluste schreiben ist Amazon wiederum egal. Der Chinese sollte natürlich Steuern abführen, zum Beispiel die Einfuhrumsatzsteuer, doch es gibt eine Theorie und eine Praxis. Die Frage ist, was passiert wenn es nicht getan wird? Vermutlich halten sich die Konsequenzen sehr in Grenzen, weil es beispielsweise zwischen Deutschland und China kein Amtshilfeabkommen in Steuersachen gibt.

Als Käufer ist einem dieser ganze Umstand wie gesagt eigentlich egal. Etwas spannender wird es, wenn man als Unternehmer bei Amazon besagten Artikel – aus der Buy Box -kauft, um dann später festzustellen, dass der nette Verkäufer gar keine Rechnung ausstellen kann (oder will).  Unterm Strich hätte man womöglich faktisch weniger bezahlt bei einem deutschen Händler, nicht zuletzt darum, weil die Umsatzsteuer ausweisbar gewesen wäre.

Die ganze Sache hat aber auch Potenzial. Man sieht ganz klar, wenn so viele Händler aus Fernost hierzulande Waren anbieten ist ein Markt da! Dies gilt im Umkehrschluss auch. Man darf als deutscher Händler ruhig auch über den Tellerrand schauen, und selbst in Fernost aktiv werden. Das schöne ist, dass auch dort der Markt und die Gewinnspannen sehr lukrativ sein können. Denn deutsche Qualitätsware, made in Germany, ist hoch im Kurs – und das nicht nur in China. Außerdem muss Amazon dort selbst Verkaufsgebühren zahlen, insofern ist dieses Quasi-Monopol auch nicht unendlich!

Wenn Sie eigene Erfahrungen gemacht haben, teilen Sie uns dies gerne hier mit! Unsere Dropshipping Experten sind gespannt auf Ihre Erfahrungsberichte!