Die überwiegende Mehrheit aller mir bekannten Händler hat es nicht all zu sehr mit Analysen und Auswertungen. Jeder fühlt sich als Dropshipping Experte, jeder spricht von BigData und Digitalisierung, aber meist ist nicht einmal das kostenloses Google Analytics korrekt eingerichtet. Da wird das eigene Team getrackt und die Suchfunktionen in Blog und Shop nicht ausgewertet. Derartiges kommt aber keinenfalls nur bei vielbeschäftigten Start-Ups vor, nein selbst etablierte Händler handhaben den Checkout-Prozess etwas lax.

Selten geht es also über die banale Besuchermessung, wenn überhaupt, hinaus. Man schaut flüchtig auf die Zahlen; wie viele Kunden kommen, wie oft kommen diese wieder und wie lange bleiben sie. Geht es um die Konversionsrate, eine sehr maßgebliche KPI, messen diese nur etwa jeder zweite mir bekannte Shopbetreiber. Tiefere Analysen fährt eigentlich keiner, ist ja nur was für die echten Brands mit dicken Budget?! Das stimmt so nicht. Aber, ein ähnliches Bild zeigt auch die Studie der ibi Research. Dort wertete man 308 Fragebögen von Onlinehändlern aus, die zwischen Mai und Juli 2015 erfasst wurden. Das Ergebnis ernüchternd – alarmierend:

  • Durchschnittliche Konversionsrate: 2,85 Prozent
  • Abbruchquote im Checkout-Prozess: 39 Prozent
  • bei Gastbestellungen ungefähr um die Hälfte verringert
  • 67 Prozent nutzen keine Zahlartensteuerung,
  • und nur elf Prozent planen eine Einführung
  • 42 Prozent verfügen über keinen mobil optimierten Onlineshop
  • Durchschnittliche Verweildauer im Checkout bei Smartphones 50 Prozent geringer als am Desktop

Schockiert hat mich die Tatsache, dass nahezu niemand den Zahlungsarten die notwendige Beachtung schenkt. Die angebotenen Zahlungsarten sind entscheidend, will man die Abbruchrate verringern bzw. den Umsatz steigern. Anbieter wie Amazon-Payments sollte man daher in jedem Falle in seinem Portfolio anbieten. Als Amazon-Kunde (und das sind weltweit Millionen!) hat man somit auch in externen Shops (wie deinem eigenen) die Möglichkeit, ohne erneuter Eingabe seiner Kundendaten zu zahlen. Amazon Pay nutzt nämlich die bei Amazon gespeicherten Informationen. Außerdem ist der Kauf über die A-Z Garantie im Falle eines Falles abgesichert. Das Ganze erinnert etwas an PayPal.

Beides anzubieten schadet auf keinem Fall, denn über diese Partner sind die gängigsten Kreditkarten gleich mit akzeptiert. Ansonsten sollte man die Zahlungsart Rechnung bzw. Ratenkauf bei höherpreisigen Artikeln in Betracht ziehen. Dank Partner wie Klarna oder Billpay kann man hier das Zahlungsausfallrisiko bequem an einen externen Dienstleister abgeben. Wer also nur Vorkasse anbietet ist definitiv unzeitgemäß. Im Übrigen kann ich nur Raten, keine Gebührenzuschläge bei Zahlungsarten zu erheben. Belohne bei Zahlung VIA Vorkasse geg. mit einem Skontoabzug. Strafe aber deine Kunden nicht, wenn er bei dr kaufen möchte.

Dass man seinen gesamten Shop bzw. nicht einmal den Weg zur Kasse für Smartphones optimiert – unverständlich.

Ein Blick in den Warenkorb – der erste Schritt zur Kasse – sollte auch optimiert sein. Wer die Produktdetails und ein Produktbild im Warenkorb anzeigt, sorgt neben der Transparenz, für die notwendige Nutzerfreundlichkeit. Achtung, Bild ist nicht gleich Bild. Angenommen dein Kunde kann eine Auswahl zur Farbe treffen, dann sollte auch die richtige Farbwahl angezeigt werden.

Ein Link zur Produktseite sollte ebenso vorhanden sein, die Möglichkeit den Artikel wieder aus dem Warenkorb zu löschen oder die Menge zu verändern, gehören zu den Basics. Ein Blick auf die Nebenkosten, wie Versand sollten transparent aufgezeigt werden. Spätere Überraschungen, wie versteckte Zuschläge oder Steuern sollten vermieden werden. Ebenso wie Zuschläge für Zahlungsarten (siehe oben im Text). Wenn du Gutscheincodes anbietest, sollte hier die Möglichkeit gegeben werden diesen einzulösen. Gutscheine sollten nicht unterschätzt werden, aber umwerbe nicht nur Neukunden, denn langfristig verdienst du mit den Bestandkunden dein Geld. Man denke an den Primekunden von Amazon. Grundsätzlich solltest du Gutscheine auch auf Gutscheinplattformen kommunizieren, um die Reichweite zu erhöhen. Stolze 87% der Deutschen wissen Gutscheinrabatte zu schätzen, 62% lösen Gutscheine sofort ein. Laut dem „Checkout-Report von konversionskraft.de“ bieten 52% der Shops die Möglichkeit, Gutscheine im Warenkorb (wie beschrieben) einzulösen. Davon zeigen 57% dies sehr prominent an. Mache es genauso!

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Der Warenkorb eignet sich auch gut zur Kommunikation von Trust-Elementen. Sei es ein Gütesiegel oder den Hinweis auf sichere Datenübertragung via SSL. Hast du eine erreichbare (!) und kostenfreie (!) Service-Hotline und ggf. einen Live-Chat, dann baue hier einen Hinweis ein. Werbe beherzt mit kostenfreiem Rückversand, einer Geld-zurück-Garantie, die wenigsten Kunden werden dies nutzen. Aber das gute Gefühl kauft mit ein!

Im späteren Checkout würde ich empfehlen, ähnlich einer Landingpage, alle unnötigen Störelemente abzuschalten. Keine weiteren Angebote mehr, keine Newsletter-Anmeldung an dieser Stelle und auch kein Kopfmenü. Alles was stören kann muss Weg. Zwinge den Kunden auch nicht zur Anmeldungen. Gastbestellungen bringen dir das gleiche Geld – den gleichen Umsatz. Ein „Stammkunden-Zwang“ hingegen kann dir den kompletten Umsatz kosten. Führe den Kunden langsam an deinen Shop heran, überzeuge durch schnelle bzw. termingerechte Lieferung und guten Service.

Dein Kunde soll vom Warenkorb zur Kasse – und zwar geradewegs! An der Kasse selbst akzeptierst du im Bestfall alle gängigen Zahlungsarten. Frag den Kunden nicht unnötige Daten ab, brauchst du wirklich das Bundesland? Ist das Geburtsdatum wirklich notwendig? Helfe Falscheingaben zu vermeiden, nach Eingabe der PLZ wird der Ort automatisch ausgefüllt. Helfe deinem Kunden wo es geht, das macht einen Dropshipping Experten aus. Halte alles so simpel und minimal wie es nur geht. Jetzt viel Spaß beim optimieren und Umsatz machen!

PS: Wenn du beim Amazon PartnerNet gesperrt wurdest, dann haben deine Dropshipping Experten hier Hilfe für dich!